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Marktbericht Freitag · 01.06.2017 16:00 Uhr

US-Job-Daten schlechter als erwartet - Zinsphantasie lässt DAX steigen

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Die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten für den Monat August sind nicht ganz so stark ausgefallen wie erwartet. Der DAX hält sich dennoch im Plus, gab aber einen Teil seiner Gewinne ab, weil der Euro zum US-Dollar an Wert gewann.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:17min, 01. September 2017, 15:05 Uhr
- von Andreas Groß und Holger Scholze, Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion - 01.09.2017
Im August wurden in den USA nach Angaben der Regierung 156.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen. Ökonomen hatten mit 180.000 neuen Jobs gerechnet.
Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer, ist nicht zufrieden:
"Die US-Jobdaten sind enttäuschend ausgefallen. Es wurden weniger neue Stellen geschaffen als erwartet, die Arbeitslosenquote zog leicht an und auch die Lohnzuwächse konnten nicht überzeugen. Allerdings war in den vergangenen Jahren zu beobachten, dass die Zahlen für August tendenziell schwach ausgefallen sind bzw. im Nachhinein oft nach oben korrigiert wurden."
Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Daten kam der Dollar unter Druck. Nach Ansicht von Experten Metzger sehen viele Martteilnehmer in den schwachen Zahlen ein Signal dafür,  dass die Fed wohl dieses Jahr die Zinsen nicht mehr erhöht.
Während die Gemeinschaftswährung die Gewinne allerdings im Anschluss wieder abgab,  wurden die Aktienmärkte durch die Aussicht auf weiter niedrige Zinsen noch einmal auf neue Tageshochs gehievt.
Der Druck US-amerikanischen Haushaltsstreit dürfte nach Einschätzung von Finanzminister Mnuchin durch "Harvey" zunehmen. Wegen des Unwetters würden hohe Kosten auf die Behörden zukommen, die zum Teil schon im September anfielen, sagte Mnuchin dem Sender CNBC. Daher werde der Zeitpunkt, bis zu dem der Kongress einer Anhebung der Schuldengrenze zustimmen müsse, wohl einige Tage vor dem bislang angepeilten 29. September liegen müssen. Mnuchin sagte ferner, zu der von Präsident Trump angestrebten Steuerreform gebe es einen detaillierten Plan. Die Regierung sei weiter auf gutem Wege, ihr Vorhaben bis zum Jahresende umzusetzen.
K+S profitieren von einer Hochstufung durch Analysten von Mainfirst. Die Experten korrigierten ihre Einschätzung von "underperform" auf "neutral". Das Kursziel liege bei 21 Euro. Die Aktien kletterten heute um 2,7 Prozent auf 20,56 Euro.

VW schrammt an weiterer Milliardenstrafe vorbei

Der US-Bundesstaat Wyoming ist mit dem Versuch gescheitert, gerichtlich weitere Strafen gegen Volkswagen wegen der Abgasmanipulationen durchzusetzen. Ein Bezirksrichter wies die Klage ab, welche VW eine weitere Milliarde Dollar hätte kosten können. Der Richterspruch könnte auch den Ton für ähnliche Klagen von rund einem Dutzend Staaten und einigen Landkreisen vorgeben.
Außerdem setzt VW in den USA verstärkt auf Geländewagen (SUVs). Diese sollten in den nächsten Jahren für 40 Prozent der weltweiten Verkäufe stehen, sagte VW-Markenvorstand Herbert Diess. Derzeit sind es weniger als 15 Prozent. Im US-Bundesstaat Tennessee baut Volkswagen unter anderem das SUV-Modell Atlas. Dort könnten künftig auch Elektrowagen gefertigt werden.
Demzufolge zufolge kommt die Marke VW in den USA auf einen Marktanteil von mageren 1,9 Prozent. Fünf Prozent seien wünschenswert, so der VW-Manager. Frühere Prognosen hat der Wolfsburger Konzern aber nicht umsetzen können, auch wegen Image-Problemen nach dem Diesel-Abgasskandal.

Leoni droht millionenschwere Nachzahlung

Leoni hat einem Zeitungsbericht zufolge über Jahre zu geringe Gebühren für Softwarelizenzen gezahlt. Das habe eine Überprüfung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ergeben, berichtete die "FAZ". Der Betrag summiere sich auf mehr als 20 Millionen Euro. Auf Anfrage war niemand bei dem Kabel- und Bordnetze-Hersteller zu erreichen.

Air Berlin senkt Preise - "Despacito" bringt Vivendi Geldregen

Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin hat die Preise deutlich gesenkt. Das berichtet der "Focus" unter Berufung auf das Portal fluege.de. Bei den am häufigsten nachgefragten Verbindungen sei "ein Trend hin zu günstigeren Flugpreisen mit einer Ersparnis von durchschnittlich bis zu 25 Prozent zu verzeichnen".
Vivendi hat seinen Gewinn im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 203 Millionen Euro gesteigert. Zu der Entwicklung trug auch der Hit "Despacito" in Vivendis Sparte Universal Music bei, der weltweit mehr als fünf Milliarden Mal heruntergeladen wurde.

Wie Bitte...? Hörgerätehersteller Sonova bekommt neuen Chef

Bei dem Hörgerätehersteller Sonova kommt es zu einem Führungswechsel.
Arnd Kaldowski soll den langjährigen Lenker Lukas Braunschweiler an der Spitze des Weltmarktführers ablösen.
Kaldowski wird am 1. Oktober 2017 zunächst als Chief Operating Officer in die Gruppe eintreten und ab dem 1. April 2018 den Chefposten übernehmen.
Er ist seit 2008 für die Danaher Corporation in verschiedenen Führungsfunktionen tätig gewesen.
Braunschweiler, der nach über sechs Jahren den Chefposten abgibt, wird zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen.
agr/bstv - Erstellt am 01.09.2017, um 08:00 Uhr / Veröffentlicht am 01.09.2017, um 08:50 Uhr.
chs/bstv - aktualisiert am 01.09.2017, um 16:00 Uhr.