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Marktbericht: update von 16:30 Uhr · 05.06.2017 16:30 Uhr

Schwache US-Daten lassen DAX-Gewinne schmelzen

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Die Lage an den Börsen bleibt wegen des Nordkorea-Konflikts angespannt. In Asien gab es weitere Verluste. Am deutschen Aktienmarkt halten sich viele Anleger erst einmal zurück. Der DAX konnte heute nur vorübergehend zulegen.

NEWS AUS DEM HANDEL 1:36min, 05. September 2017, 15:44 Uhr
- von Andreas Groß und Holger Scholze, Börse Stuttgart TV Nachrichtenredaktion - 05.09.2017 -
Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen (UN), Nikki Haley, sagte am Montag im UN-Sicherheitsrat, der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un bettele mit seinem jüngsten Atomtest um Krieg. Die USA wollten dies nicht, aber ihre Geduld sei nicht grenzenlos. Chefanalyst Ric Spooner vom Brokerhaus CMC Markets sagte, spannend werde nun sein, wie die Börsianer an der Wall Street auf die Verschärfung der Nordkorea-Krise reagieren. Die Börsen blieben dort am Montag wegen eines Feiertags geschlossen.
In Tokio gab der Nikkei-Index heute um 0,6 Prozent auf 19.391 Zähler nach. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,3 Prozent auf 3390 Punkte.
Der DAX zeigte sich nach den gestrigen Verlusten heute im Hoch bei 12.210 Punkten. Die Gewinne schmolzen aber am Nachmittag schnell zusammen. Das deutsche Börsenbarometer notiert jetzt bei 12.220 Zählern nur noch mit 0,1 Prozent im Plus.
Der Dow-Jones-Index liegt nach dem gestrigen Feiertag in den USA bei 21.819 Punkten mit 0,8 Prozent im Minus.
Die US-Industrie ist mit einem Auftragsrückgang ins zweite Halbjahr gestartet. Die Bestellungen verringerten sich im Juli um 3,3 Prozent zum Vormonat. Dies war der stärkste Rückgang seit August 2014. Ökonomen hatten damit allerdings gerechnet. Insbesondere eine Flaute bei der Nachfrage nach Zivilflugzeugen und Schiffen, die noch im vorangegangenen Monat sehr gefragt waren, wirkte sich negativ aus. Laut Boeing gingen im Juli nur 22 Bestellungen für Maschinen der Fluggesellschaft ein, im Juli waren es noch 184.
Die Liste der Gewinner im DAX wird von Merck angeführt. Die Aktien sind heute stark gefragt und verteuerten sich deshalb bisher um 1,9 Prozent auf 93,80 Euro. Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern stellt sein Geschäft mit Gesundheitsprodukten, wie Nasenspray, auf den Prüfstand. So bereite der Vorstand derzeit strategische Optionen für das Consumer-Health-Geschäft vor, einschließlich einer möglichen vollständigen oder teilweise Veräußerung sowie strategischer Partnerschaften. Die möglichen Verkaufserlöse sollen für das Erreichen der Finanzziele eingesetzt werden.

VW legt milliardenschweren Ducati-Verkauf auf Eis

Der Volkswagen-Konzern (VW) legt nach Reuters-Informationen den 1,5 Milliarden Euro schweren Verkauf der Motorradtochter Ducati auf Eis. Gründe seien Widerstand des deutschen Betriebsrats und interne Unstimmigkeiten über die Strategie, sollen mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montag gesagt haben.
Für Ducati gibt es wohl zahlreiche Interessenten, darunter die italienische Industriellenfamilie Benetton. Ducati ist an der VW-Tochter Audi angedockt. Der Motorradhersteller kam 2016 auf 731 Millionen Euro Umsatz und einen operativen Gewinn von rund 100 Millionen Euro. Vertreter von VW, Audi und des Betriebsrats wollten sich am Montag nicht äußern.

Aveva und Schneider unternehmen neuen Anlauf

Der britische Industrie-Softwareanbeiter Aveva und Schneider Electrics aus Frankreich nehmen Insidern zufolge einen neuen Anlauf für einen Zusammenschluss.
Aveva könne bereits heute die Fusion zu einem Unternehmen mit einem Wert von mehr als drei Milliarden Pfund (3,3 Milliarden Euro) bekanntgeben, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person.

United Technologies übernimmt Rivalen Collins

Der Flugzeugzulieferer United Technologies übernimmt den Rivalen Rockwell Collins für 30 Milliarden Dollar. Dies entspreche einem Preis von 140 Dollar je Rockwell-Aktie, teilten beide Konzerne in der Nacht zum Dienstag mit. Die Verhandlungen über einen Zusammenschluss liefen seit Monaten.
United Technologies ist der Mutterkonzern des Triebwerkbauers Pratt & Whitney und des Fahrstuhl- und Rolltreppenanbieters Otis.

Angry-Birds-Entwickler Rovio nimmt Börse ins Visier

Der "Angry Birds"-Entwickler Rovio strebt an die Börse. Geplant seien Anteilsverkäufe der größten Gesellschafter sowie die Ausgabe von Aktien für rund 30 Millionen Euro, kündigte der finnische Computerspieleentwickler am Dienstag an. Die Notierung sei an der Börse in Helsinki geplant. Mit den Einnahmen will Rovio sein weiteres Wachstum finanzieren. Bei möglichen Zukäufen könnten damit künftig auch Aktien eingesetzt werden.
Nach Stellenstreichungen und einem Konzernumbau hat sich Rovio vergangenes Jahr wieder zurück in die Gewinnzone katapultiert. Dazu trugen auch der Kinofilm "Angry Birds" sowie wieder anziehende Spiele-Umsätze bei. Rovio ist zu 70 Prozent im Besitz der Firma Trema International, die dem Onkel eines der Unternehmensgründer gehört. Zu den weiteren Investoren zählen die Risikokapitalgesellschaften Accel Partners und Atomico.
agr/bstv - Erstellt am 05.09.2017, um 08:00 Uhr - Veröffentlicht am 05.09.2017, um 08:50 Uhr.
chs/bstv - Letztmalig aktuelisiert am 05.09.2017, um 16:30 Uhr.