Nachrichten

Die Marktmeinung aus Stuttgart: · 07.09.2017 09:35 Uhr

Stabile Seitenlage

intensivstation-herzschlag-ekg-krankenhaus
beerkoff / shutterstock.com
Beitrag teilen
Um die Aktienmärkte zu beurteilen, sollte man sich die Volatilitätskurve anschauen - dabei ist zu konstatieren, dass sich die Aktienmärkte seit geraumer Zeit dem Zustand des Scheintodes nähern, sagt Michael Beck von Ellwanger & Geiger

Michael Beck, Leiter Asset Management, Bankhaus ELLWANGER & GEIGER KG

Die Marktmeinung aus Stuttgart vom 06.09.2017
Wenn man die Agilität eines Menschen beurteilen möchte, bietet sich ein Blick auf die kardiologische Verlaufskurve des Herzschlages an. In der Regel weist diese bei höherer Aktivität auch höhere Ausschläge aus. Und in Film und Fernsehen hat man schon oft gesehen, wie die Linie zu einem seitwärts gerichteten Strich mutiert, wenn ein Patient verstirbt.
Um die Aktienmärkte in dieser Hinsicht beurteilen zu können, sollte man sich die Volatilitätskurve anschauen, welche die „Agilität“, also die Sprunghaftigkeit der Kursbewegungen, misst. Hierbei ist nicht nur wichtig, wie hoch die Ausschläge sind, auch das Höhenniveau ist entscheidend. Zumindest beim ersten Kriterium ist zu konstatieren, dass sich die Aktienmärkte seit geraumer Zeit dem Zustand des Scheintodes nähern.

Jammern auf hohem Niveau

Und das ist weniger an den fehlenden Ausschlägen zu sehen, sondern an den dauerhaften historischen Tiefs, auf denen sich die Volatilitätsindizes bewegen. Immerhin befinden sich die Aktienmärkte auf hohem Niveau, was wiederum deren innere Lebendigkeit beweist.
Auch die Wirtschaftsentwicklung zeigt weltweit, dass sie dabei ist, relativ schwankungsfrei zu wachsen, ohne dabei Überhitzungsmerkmale zu zeigen. Die Unternehmen weisen gute bis sehr gute Gewinnentwicklungen aus und neben dem starken Konsum wachsen dadurch auch die Ausrüstungsinvestitionen.

Wohlfühlwahlkampf in Deutschland

Im Gegensatz zu den Wahlen, die im Frühjahr in den Niederlanden und Frankreich stattgefunden haben, beeinträchtigt der mit extrem niedrigem Ruhepuls daherkommende deutsche Wahlkampf die Märkte kaum. Aufgrund der eindeutig verteilten Erfolgschancen erwartet kaum jemand überraschende Wahlausgänge, die die Märkte zu Korrekturen verleiten könnten. Im internationalen Vergleich beruhigen der wohltuende Anstand, mit dem die Kanzlerkandidaten miteinander umgehen und die bisherige weitgehende Abstinenz populistischer Tendenzen im Wahlkampf eher, als dass sie die Marktteilnehmer verunsichern. Die politische Stabilität in Deutschland scheint gesichert.

Vorsicht: September!

Anders in den USA, wo der US-Präsident im Streit mit seinem Kongress ein Reißen der Obergrenze der Staatsverschuldung in Kauf nimmt, um seine Ziele durchzusetzen.
Der September ist in der Börsenstatistik als schwierigster Monat des Jahres bekannt. Insofern könnte die Ruhe an den Märkten etwas gestört werden. Wenn sich die positiven und negativen Faktoren wie so oft die Waage halten, dürften die Märkte allerdings in der stabilen Seitenlage verharren.
agr/bstv/07.09.2017/09:35
 

Disclaimer

Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Die Darstellungen geben die aktuellen Meinungen und Einschätzungen zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments wieder. Sie können ohne Vorankündigung angepasst oder geändert werden. Die enthaltenen Informationen wurden sorgfältig geprüft und zusammengestellt. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit kann nicht übernommen werden. Die Informationen sind keine Anlageberatung oder Empfehlung. Für individuelle Anlageempfehlungen und umfassende Beratungen stehen Ihnen die Berater unseres Hauses gerne zur Verfügung. Die Urheberrechte für die gesamte inhaltliche und graphische Gestaltung liegen bei der Bankhaus Ellwanger & Geiger KG und dürfen gerne, jedoch nur mit schriftlicher Genehmigung, verwendet werden. Angaben zur steuerlichen Situation sind nur allgemeiner Art. Für eine individuelle Beurteilung der für Sie steuerlich relevanten Aspekte und ggf. abweichende Bewertungen sollten Sie Ihren Steuerberater hinzuziehen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Entwicklungen. Finanzinstrumente oder Indizes können in Fremdwährungen notiert sein. Deren Renditen können daher auch aufgrund von Währungsschwankungen steigen oder fallen.