Nachrichten

Risiko Euro Ausweitung · 14.09.2017 08:30 Uhr

Schäuble reagiert auf Juncker-Rede

euro-muenzen-detail
Marian Weyo / shutterstock.com
Beitrag teilen
Nach Ansicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sei der von Kommissionspräsident Juncker vorgestellte Plan einer Ausweitung der Euro-Zone auf alle Länder der EU zwar durchaus zu begrüßen, gehe aber mit einigen Risiken einher.

Regeln einhalten

In einem Interview mit der ARD machte Schäuble gestern Abend klar, dass jede Erweiterung des gemeinsamen Währungsraumes zwar grundsätzlich gut sei, hierfür aber zunächst die entsprechenden Regeln und Kriterien erfüllt ein müssen.
Druck und Tempo machen sei das eine, letztlich käme es aber, so zeige es ja auch der Fall Griechenland, darauf an, dass auch wirklich alle Kriterien für eine Aufnahme in den Euro erfüllt sein müssen.

Ausweitung des gemeinsamen Währungsraumes

Vor dem EU-Parlament plädierte Juncker in deutlichen Worten zuvor für eine Ausweitung des gemeinsamen Währungsraumes. Der Euro, so Juncker, müsse „mehr sein, als nur die Währung einer ausgewählten Ländergruppe“. Laut europäischen Verträgen seien alle EU-Länder – außer Großbritannien und Dänemark – dazu verpflichtet, der Gemeinschaftswährung beizutreten. Hierfür müssten aber zunächst natürlich die Bedingungen für einen Beitritt auch erfüllt sein. Derzeit gehören 19 der 28 EU-Staaten der Währungsunion an.
 

Vorteil durch Abwertung

Schäuble machte weiterhin deutlich, dass die Länder zunächst einmal die Erfahrung gemacht haben müssen, auch mit einer stabilen und harten Währung auszukommen. Einmal im Währungsverbund angekommen und diesem dazu gehörend, können sich die individuellen Mitglieder dann nämlich nicht mehr durch Abwertungen einen Vorteil verschaffen. Daher dürfe, so der Bundesfinanzminister weiter, ein Beitritt zur Eurozone eben nicht zu früh erfolgen. Dies zeige eben insbesondere, so Schäuble weiter, der Fall Griechenland, wo Statistiken geschönt und so der Beitritt deutlich zu früh und damit zu falschen Zeitpunkt erfolgte.
asc/bstv/14.09.2017/08:30