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Marktbericht · 19.06.2017 16:45 Uhr

Dax vor Fed kaum verändert - Milliardenkauf bei BASF

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Thorsten Frisch / shutterstock.com
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Einen Tag vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank trauen sich Anleger nicht mehr aus der Deckung. Der Dax kommt heute kaum vom Fleck. Nicht einmal ein freundlicher ZEW Index setzt Impulse. Toys'R'Us ist pleite

NEWS AUS DEM HANDEL 2:49min, 19. September 2017, 16:16 Uhr
-Andreas Groß, Börse Stuttgart TV Nachrichten-
An der Börse gilt als sicher, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch den Startschuss für den Abbau ihrer billionenschweren Wertpapierbestände geben wird. Unklar ist aber, ob Fed-Chefin Janet Yellen auch für Dezember eine weitere Zinserhöhung signalisiert.
Börsenprofis sehen die Zukunft der Konjunktur in Deutschland noch besser als erwartet. Der ZEW-Index kletterte von zehn auf 17,0 Punkte. Erwartet war ein Anstieg auf 12,5. Auch die derzeitige Lage beurteilen die Experten besser als erwartet.
Die Zahl der Wohnbaubeginne in den USA ist im August den zweiten Monat in Folge gesunken. Sie nahm im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent auf eine Jahresrate von 1,18 Millionen ab. Ökonomen hatten mit 1,175 Millionen gerechnet.
Steigende Kosten für Baumaterialien, ein gesunkenes Bauland-Volumen und der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften bremsen derzeit den Wirtschaftszweig. Besonders die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern schrumpft. Die Zahl der Baugenehmigungen nahm dagegen zu, und zwar um 5,7 Prozent auf 1,3 Millionen. Das ist der höchste Wert seit Januar.
Für September rechnen Experten mit einem weiteren Rückgang der Baustarts. Ein Grund dafür dürften die Hurrikane "Harvey" und "Irma" sein, die Teile von Texas und Florida verwüsteten.

BASF greift nach Polyamidgeschäft von Solvay

Der Chemiekonzern BASF will sich das globale Polyamidgeschäft des Konkurrenten Solvay einverleiben. Der Kaufpreis beträgt 1,6 Milliarden Euro. Mit dem Zukauf würde BASF sein Portfolio für technische Kunststoffe ergänzen und die Position stärken als Anbieter von Lösungen für die Transport-, Bau- und Konsumgüterindustrie sowie für weitere industrielle Anwendungen.
Vor Abschluss eines bindenden Kaufvertrags muss Solvay noch mit den relevanten Sozialpartnern sprechen. Zudem müssen auch die Wettbewerbsbehörden der Übernahme zustimmen. Geplant sei, den Deal im dritten Quartal 2018 abzuschließen.

US-Spielzeugkette Toys 'R' Us ist insolvent

Der US-Spielzeugkette Toys 'R' Us ist kurz vor dem Weihnachtsgeschäft das Geld ausgegangen. Es ist eine der größten Insolvenzen eines Fachhändlers in den USA. Sukzessive kamen immer weniger Kunden in die weltweit mehr als 1450 Toys 'R' Us-Läden. Stattdessen kauften sie das Spielzeug beim Onlinehändler Amazon oder bei Billiganbietern.
Toys 'R' Us macht aber weiter im Rahmen der "Chapter 11"-Insolvenz.
Das bedeutet, alte Gläubiger müssen zunächst still halten und warten, bis das Unternehmen wieder solvent ist. Solange soll ein Neukredit von JPMorgan in Höhe von mehr als drei Milliarden Dollar die nächste Zeit überbrücken.
Die Kette beschäftigt weltweit 64.000 Mitarbeiter. Die Aktivitäten des Händlers außerhalb der USA und Kanada sind nicht Teil des Insolvenzantrags.
Insider hatten bereits vorab von dem bevorstehenden Insolvenzantrag berichtet. Toys R Us selber ist keine Aktiengesellschaft, aber die Konkurrenz: Die Aktien von Spielzeugherstellern wie Mattel und Hasbro begaben sich zu Wochenbeginn an der Wall Street auf Talfahrt. Die Barbie-Firma Mattel fiel um mehr als sechs Prozent, während der Monopoly-Anbieter Hasbro 1,7 Prozent nachgab.
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