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Game over? · 19.09.2017 09:23 Uhr

Toys ’R’ Us ist pleite

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Tooykrub / shutterstock.com
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Der amerikanischen Spielzeugkette Toys 'R' Us ist kurz vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft das Geld ausgegangen. Das Unternehmen hat in Richmond, Virginia, einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 gestellt.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Toys 'R' Us hat im Rahmen der "Chapter 11"-Insolvenz einen Neukredit in Höhe von mehr als drei Milliarden Dollar von einer von JP Morgan angeführten Bankengruppe sowie früheren Kreditgebern erhalten. Die Summe muss aber noch vom Gericht genehmigt werden. Mit dem Kredit möchte das Unternehmen sein Geschäft während der Restrukturierung und Umschuldung fortführen. Das bedeutet, alte Gläubiger müssen zunächst still halten und warten, bis das Unternehmen wieder solvent ist.

Europa-Geschäft ist nicht betroffen

Der Insolvenzantrag betrifft nur die Aktivitäten des Händlers innerhalb der USA und Kanadas, nicht aber das Europa-Geschäft.
Der Spielzeughändler hatte mit dem Schuldenberg aus dem 2005 vollzogenen Verkauf an KKR, Bain Capital und Vornado Realty Trust schwer zu kämpfen. Um das Unternehmen privatisieren zu können, hatte die Investorengruppe das Unternehmen mit hohen Schulden belastet.
Beobachter sehen Toys 'R' Us auch als Opfer des weltgrößten Onlinehändlers Amazon. Zuletzt bestellten Kunden verstärkt bei Amazon und anderen Billiganbietern und Toys ‘R‘ Us hatte das Nachsehen. Und so wird sich Amazon-Chef Jeff Bezos in Anbetracht der Neuigkeiten sicherlich die Hände reiben.

Gerüchte belasten Aktienmarkt

Am Montag kursierten bereits Gerüchte über eine drohende Insolvenz und die Aktienkurse der größten US-Spielzeughersteller Hasbro und Mattel gerieten unter Druck. Die Mattel-Aktie verlor über sechs Prozent, die Hasbro-Aktie verlor knapp zwei Prozent. Toys 'R' Us selbst ist keine börsennotierte Aktiengesellschaft.
Am Anleihenmarkt macht sich die Pleite für das US-Unternehmen aber bemerkbar: Eine bis 2018 handelbare Toys ‘R‘ Us Anleihe notiert vor wenigen Tagen noch knapp unter 100 Prozent, aktuell wird die Anleihe bei rund einem Drittel gehandelt.