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Konzerne unterzeichnen Absichtserklärung · 20.09.2017 09:50 Uhr

Thyssenkrupp und Tata wollen neuen Stahlriesen schmieden

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Shestakov Dmytro / shutterstock.com
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ThyssenKrupp und der Konkurrent Tata Steel haben eine Absichtserklärung für ein Joint Venture unterzeichnet. Viele Details sind aber noch offen und nicht nur Mitarbeiter und Betriebsrat kündigen Widerstand an.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Nach anderthalb Jahren Verhandlungen ist es vollbracht: ThyssenKrupp und Tata Steel haben die Fusion ihrer Stahlgeschäfte beschlossen. Die beiden Konzerne gaben am Morgen bekannt, dass sie eine Absichtserklärung für ein Joint Venture ihrer europäischen Stahlaktivitäten unterzeichnet haben. Ziel sei es, einen führenden europäischen Flachstahlanbieter zu schaffen. Beide Partner sollen an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen je 50 Prozent halten.

Hohe Synergieeffekte

An den Details wird noch gearbeitet, bis Anfang 2018 soll der endgültige Vertrag stehen. Gegen die Fusion, die bis Ende 2018 erfolgt sein soll, kündigten Mitarbeiter, Betriebsrat, Gewerkschaft und Aufsichtsrat bereits Widerstand an. Schließlich sollen bis zu 4.000 Jobs vor dem Aus stehen. Mit der Fusion möchten die beiden Unternehmen wettbewerbsfähiger werden. Thyssen und Tata versprechen sich Synergieeffekte von 400 bis 600 Millionen Euro. Erwartet werden Einspareffekte von 400 bis 600 Millionen Euro, wie ThyssenKrupp mitteilte.
Mit dem Zusammenschluss würde der zweitgrößte Stahlkonzern nach ArcelorMittal entstehen. Das neue Unternehmen mit dem Namen ThyssenKrupp Tata Steel wird nach der Fusion zunächst rund 48.000 Mitarbeiter haben. Der Sitz soll in den Niederlanden in der Region Amsterdam sein.

Gewerkschaft fordert Arbeitsplatzgarantien

Bereits am Freitag wollen die Stahlkocher von ThyssenKrupp in Bochum gegen die Pläne demonstrieren. Dabei rechnet die IG Metall mit mehreren tausend Teilnehmern. Zudem möchten die Arbeitnehmervertreter bei einer möglichen Abstimmung im Aufsichtsrat geschlossen gegen ein Zusammengehen mit dem indischen Konkurrenten stimmen.

Anleger reagieren erfreut

Die Fortschritte bei der geplanten Fusion kommen an der Börse gut an: Während der DAX vor der Fed-Sitzung auf der Stelle tritt legt die Aktie von Thyssen-Krupp rund 2,5 Prozent zu. Beobachter vermuten, dass von der Branchenkonsolidierung auch Konkurrenten wie Arcelor und Salzgitter profitieren dürften. Beiden Titel legen über ein Prozent zu.