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Hannover Rück stellt Ziele in Frage · 21.09.2017 16:30 Uhr

Wirbelstürme und Erbeben drohen die Bilanz zu verhageln

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solarseven / Shutterstock.com
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Nach den verheerenden Wirbelstürmen und nun auch noch dem Erdbeben in Mexiko setzt nun auch die Hannover Rück ein dickes Fragezeichen hinter das Gewinnziel für das Jahr 2017.

Erst „Harvey“, dann „Irma“ und jetzt auch noch „Maria“ – die Hurrikan-Saison ist im vollen Gange und verursacht Milliardenschäden.
Jetzt hat auch noch ein schweres Erdbeben Mexiko erschüttert. Insgesamt sind das für den drittgrößten Rückversicherer der Welt zu viele Katastrophen auf einmal. Daher werden wohl die 825 Millionen Euro nicht ausreichen, die in diesem Jahr für Großschäden veranschlagt wurden.
Während das erste Halbjahr 2017 verhältnismäßig ruhig verlaufen ist und gerade mal gut 120 Millionen an Großschäden verbucht werden mussten, nimmt die Entwicklung im zweiten Halbjahr nun also dramatische Formen an.

Auch Talanx warnt

Die Folge: Der für 2017 angepeilte Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro werde „möglicherweise nicht erreicht“ schreibt heute die Hannover Rück. Damit kommt auch die Gewinnprognose des Mutterkonzerns Talanx ins Schlingern. Talanx hatte erst im August die Prognose für den Nettogewinn 2017 auf 850 Millionen Euro angehoben. Ob dieses Ziel nun wirklich noch zu halten sei, werde sich nun erst mit Verlauf des vierten Quartals zeigen. Der Gewinn des Mutterhauses hängt maßgeblich von der Geschäftsentwicklung bei der Rückversicherungstochter ab.

Börsianer reagieren gelassen

An der Börse sorgten die Gewinnwarnungen von Tochter und Mutter allerdings für wenig Aufregung. Offenbar hatten viele Börsianer damit bereits gerechnet.
Erst in der vergangenen Woche hatte bereits die weltweite Nummer 1 unter den Rückversicherern, die Münchener Rück, die anpeilte Guidance für den Gewinn von 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro in Frage gestellt. Bei den Münchenern wird sogar ein Verlust für das laufende dritte Quartal erwartet.
Wichtig sei, dass ein Teil der Belastungen durch die Auflösung von Reserven für ältere Schadenfälle wettgemacht werde, so Analysten.
asch/bstv/21.09.2017/16:30