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Air Berlin vor Zerschlagung · 22.09.2017 08:50 Uhr

Lufthansa soll den Löwenanteil erhalten

Air Berlin in der Krise
Quelle: Savvapanf Photo / Shutterstock
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Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin steht kurz vor der Zerschlagung. Wie es heißt, soll sich der Gläubigerausschuss auf einen Verkauf an verschiedene Airlines verständigt haben, wobei Lufthansa den größten Teil erhalten soll.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters soll sich die Lufthansa den Löwenanteil an Air Berlin gesichert haben. Reuters beruft sich dabei auf mit den Gläubigerverhandlungen vertraute Personen. Weitere Teile von Air Berlin sollen an den britischen Billigfluganbieter Easyjet sowie an die Thomas Cook-Tochter Condor gehen. Die genannten Unternehmen lehnten einen Kommentar hierzu ab.
Wie es weiter heißt, sollen die Verhandlungen allerdings noch weitergehen und sich bis zum 12. Oktober hinziehen. Anders als zunächst geplant, werde der Aufsichtsrat der Air Berlin damit am kommenden Montag also noch keine finale Entscheidung über die Aufteilung und die Gruppe der Käufer treffen. Offenbar müssen noch weitere Details verhandelt und abgestimmt werden.

heiß begehrte "Niki" Slots

Offenbar darf die Lufthansa jetzt zunächst exklusiv über eine Übernahme der Air Berlin-Tochter Niki verhandeln. Niki gilt als eine der „Perlen“ im Verbund. Die Ferienfluggesellschaft ist heiß begehrt.
Nahezu alle Bieter, darunter auch der Niki-Gründer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda, der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl sowie der Manager Utz Claassen haben ein Auge auf die Tochtergesellschaft geworfen.
Sie ist bislang nicht insolvent. Damit bekommt der Käufer automatisch auch die begehrten Start- und Landerechte an den jeweiligen Flughäfen (Slots)

LH an der Hälfte von AB interessiert

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte am Mittwoch erklärt, dass für ihn die „Sicherung der 38 Flugzeuge, die wir von Air Berlin gemietet haben“, oberste Priorität habe. „Zusätzlich haben wir ein Angebot für 20 bis 40 weitere Flugzeuge abgegeben. In Summe wären das bis zu 78 Flugzeuge, rund die Hälfte der Air-Berlin-Flotte. An der Langstrecke von Air Berlin hat Lufthansa entgegen früheren Plänen kein Interesse.
 

auch Easyjet ist interessiert

Easyjet interessiert sich nach Informationen aus Unternehmenskreisen für die Maschinen am Standort Berlin und einzelne Verbindungen von Flughäfen wie Hamburg, München oder Düsseldorf. Je nach Entwicklung dieser Gespräche werde es dann noch Gespräche mit dem zu Thomas Cook gehörenden Ferienflieger Condor über weiteres Fluggerät geben.
 

Stellenabbau droht - zahlreiche Flugausfälle

Derzeit beschäftigt die insolvente Air Berlin rund 8.000 Arbeitnehmer und ist damit die zweitgrößte Fluggesellschaft des Landes. Air Berlin kann im Moment nur Dank eines Hilfskredites des Bundes in Höhe von gut 150 Millionen Euro den Flugbetreib fortsetzen. Betriebsrat und Gewerkschaften befürchten nach einer Aufteilung den Wegfall von mehreren tausend Stellen.
Zuletzt machte Air Berlin einmal mehr negative Schlagzeilen, nachdem sich an mehreren Tagen jeweils mehr als einhundert Piloten krankgemeldet hatten Daraufhin kam es zu massiven Flugausfällen und weiteren Beeinträchtigungen des Flugverkehrs.
asch/bstv/22.09.2017/08:30/08:50