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Attraktives Zins-Geschäft · 25.09.2017 16:20 Uhr

KfW verdient gut an Air Berlin-Kredit

Air Berlin und Lufthansa Flieger
Quelle: Markus Schmal / Shutterstock
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Air Berlin kann im Moment nur dank eines Hilfskredites vom Bund in Höhe von gut 150 Millionen Euro den Flugbetreib fortsetzen. Für die staatliche Förderbank KfW ein lohnendes Geschäft – die Kreditzinsen liegen in Millionenhöhe.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Einem Bericht der „Rheinischen Post“ zufolge beträgt die Verzinsung pro Jahr elf Prozent. Hinzu kommt eine Bearbeitungsgebühr von einer Million Euro für den Überbrückungskredit in Höhe von 150 Millionen Euro. Wenn der vom Bund abgesicherte Kredit durch die Zahlungen der Käufer zurückerstattet wird, hätte die KfW, abhängig von der Laufzeit der zu verschiedenen Terminen ausgezahlten Kredittranchen, einen Millionengewinn gemacht – so die Zeitung.
Der Gläubigerausschuss von Air Berlin rechnet einem Medienbericht zufolge mit einer Summe von bis zu 350 Millionen Euro beim Verkauf. Damit wäre die Rückzahlung des Kredits samt Zinsen und Gebühren sichergestellt.

1600 Jobs sollen wegfallen

Am Montagnachmittag wurde bekannt, dass der Aufsichtsrat beschlossen hat, mit der Deutschen Lufthansa und Easyjet als ausgewählten Bietern bis zum 12. Oktober 2017 weiter zu verhandeln. Zudem werden Teilveräußerungen in Betracht gezogen. Laut Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann bietet die Lufthansa für den Ferienflieger Niki, die Tochtergesellschaft LGW sowie weitere Maschinen des insolventen Konkurrenten. Auch für Teile der Air-Berlin-Technik hat Lufthansa offenbar geboten.
Nach einer Aufspaltung der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin hofft die Air Berlin vier von fünf Stellen erhalten zu können. Von rund 8.000 Jobs wurden damit 1.600 verloren gehen.

Lufthansa-Aktie legt deutlich zu

Die Aktie der insolventen Air Berlin ist nach einem ruhigen Wochenauftakt deutlich ins Minus gedreht und verliert am Nachmittag rund vier Prozent. Innerhalb der vergangenen sechs Monate verlor die Aktie mehr als 50 Prozent.
Während die Easyjet-Aktie kaum reagiert, kann die Aktie des deutschen Konkurrenten ihre anfänglichen Kursgewinne beibehalten und legt am Nachmittag knapp zwei Prozent zu. Einem Insider zufolge rechnet die Fluggesellschaft im Übernahmekampf um Air Berlin mit einem Finanzbedarf von rund 300 Millionen Euro. So soll der Kaufpreis für den Teil der Fluggesellschaft, für den die Lufthansa geboten hat, bei 200 Millionen Euro liegen. Zudem könnten bis zu 100 Millionen Euro Betriebskosten in der Übergangszeit übernommen werden.