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Frische Liquidität eröffnet Chancen · 26.09.2017 08:46 Uhr

ThyssenKrupp: Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen

Stahlproduktion
Quelle: Zahovaev K / Shutterstock
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ThyssenKrupp hat sich fast 1,4 Milliarden an frischer Liquidität besorgt. Hierzu hat der Stahlkonzern rund 56,6 Millionen neue Aktien ausgegeben. Die frische Liquidität soll das bevorstehende Joint Venture mit Tata erleichtern.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Den zuletzt deutlich gestiegenen Aktienkurs nutzte ThyssenKrupp für eine Kapitalerhöhung und erhöhte somit – nach eigenen Angaben – das Grundkapital um zehn Prozent. Die Transaktion ging vergleichsweise schnell über die Bühne und war bereits nach wenigen Stunden abgeschlossen. Über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren bei deutschen, aber auch internationalen, Aktionären, wurden gestern insgesamt 56,6 Millionen Aktien zu einem Preis von 24,30 Euro am Markt platziert. Der Bruttoerlös lag somit bei rund 1,75 Milliarden Euro und somit in etwa im Bereich des anvisierten Zielkorridors.

Wesentliche Bilanzkennziffern verbessern sich

Für den Konzern ist der reibungslose Ablauf eine gute Nachricht. ThyssenKrupp befindet sich aktuell in einem historischen Umbau und ist zudem hoch verschuldet. Frisches Geld ist vor diesem Hintergrund durchaus willkommen. Wozu der warme Geldregen nun verwendet werden soll, ließ der Konzern zwar offen, doch Baustellen gibt es genug. So teilte der Konzern mit, dass sich wesentliche Bilanzkennziffern durch die Kapitalerhöhung signifikant verbessen würden. Insbesondere natürlich die Eigenkapital- und Verschuldungsquote.

Konzernumbau soll schneller vorangetrieben werden

Doch nicht allein die Bilanz soll von der Kapitalerhöhung profitieren. ThyssenKrupp-Chef Hiesinger betonte gestern noch einmal, dass die Grundsatzvereinbarung mit Tata endlich strategische Klarheit geschaffen habe, allerdings werde es noch ein wenig dauern bis sich die positiven Effekte einer solchen Transaktion bemerkbar machen würden. "Diese Zeit nutzen wir, um schon jetzt unsere Industriegütergeschäfte zu stärken“, so Hiesinger. Konkret heißt das, dass durch die vollzogene Kapitalerhöhung der finanzielle Handlungsspielraum geschaffen werden soll, das organische Wachstum zu unterstützen. Gleichzeitig sollen notwendige Restrukturierungsmaßnahmen im Zuge des Konzernumbaus schneller vorangetrieben werden.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Die Aktionäre wird eine sich abzeichnende Trendwende bei dem Stahl- und Technologiekonzern freuen. Zuletzt hatte sich ThyssenKrupp vor allem im Stahlgeschäft ordentlich verhoben. Zu hohe Investitionen und zu Tage getretene Überkapazitäten führten ThyssenKrupp zuletzt in eine kleine bis mittlere Krise. Doch der Konzernumbau scheint langsam aber sicher konkrete Formen anzunehmen. Den Fokus wieder verstärkte auf das Aufzugsgeschäft zu legen zahlte sich in diesem Jahr ebenfalls wieder auf, wie die jüngsten Quartals- und Halbjahresberichte gezeigt haben. Entsprechend sind auch die Analysten in Bezug auf die ThyssenKrupp-Aktie wieder zunehmend optimistisch: Von 25 Analysten empfehlen aktuell 13 die Aktie zum „Kauf“. Nur drei Experten raten Anlegern sich von ihren ThyssenKrupp-Anteilen zu trennen. Das ambitionierteste Kursziel kommt dabei von Jefferies & Company und datiert vom 20. September. Analyst Seth Rosenfeld attestiert den Anteilsscheinen von ThyssenKrupp ein Kurspotenzial von bis zu 40 Euro. Rosenfeld bewertet insbesondere den Tata-Deal als besonders positiv.
Erstellt am 26.09.2017 um 08:30 Uhr
Veröffentlicht am 26.09.2017 um 08:45 Uhr