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Traderfox – Kolumne · 27.09.2017 09:40 Uhr

Halbleiterhersteller drückt beim Megatrend Autonomes Fahren aufs Tempo!

Autonomes Fahren
Quelle: chombosan / Shutterstock
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Der Chiphersteller Micron aus den USA ist wahrscheinlich nicht jedem Anleger ein Begriff. Zu Unrecht, meint Traderfox-Kolumnist Martin Springmann. Die Aktie bietet aus seiner Sicht derzeit erhebliche Chancen.

- zum Autor: Martin Springmann ist Kolumnist bei Traderfox-
Steigende Speicherchip-Preise und eine kräftig anziehende Nachfrage aus allen Kernabsatzbranchen bescherten Micron zuletzt deutlich steigende Gewinne. Für zusätzliche Fantasie sorgt der Megamarkt Autonomes Fahren, zumal Micron hier bereits serienreife Chip- und Security-Lösungen im Angebot hat. Angesichts der moderaten fundamentalen Bewertung bietet Micron damit eine der attraktivsten Wachstumsstorys im Technologie- und Chipsegment, wobei die Aktie außerdem über ein explosives Chartbild verfügt!
Autonomes Fahren gehört zu den spannendsten Themen in der Automobilbranche. Aktuell treiben alle bedeutenden Autobauer die Entwicklung serienreifer Roboterautos voran, um von diesem Megatrend partizipieren zu können. Die technologischen Grundlagen für die Realisierung dieser Zukunftsvision werden bereits von Anbietern wie Nvidia und der Intel-Tochter Mobileye mit ihren auf Artificial Intelligence und komplexen Algorithmen basierenden Chips geliefert. Bis zur Realisierung einer serienreifen Version eines Roboterautos ist es nach Einschätzung von Experten noch ein weiter Weg – zumal selbstfahrende Autos in der Lage sein müssen, Milliarden von Informationen in Echtzeit zu verarbeiten, um einen reibungslosen Betrieb sicherstellen zu können. Passende Hochleistungs-Chips liefert der US-Technologiekonzern Micron Technology der mit anderen Branchengrößen aus der Chip- und Halbleiterindustrie an neuen Lösungen für das Autonome Fahren arbeitet. Auch sonst bietet der Speicherchip-Spezialist eine der interessantesten Wachstums-Storys im US-Technologyegment zumal man über ein breites Hochleistungs-Portfolio an NAND- und DRAM-Chips für den Consumer- PC-, Datacenter- und Smartphone-Markt verfügt und damit attraktive Wachstumsmärkte mit hohen Zuwachsraten adressiert. Dank der starken Nachfrage zeichnet sich ein Ende der Abwärtsspirale bei den Speicherchip-Preisen ab, was die Gewinnmargen in den kommenden Quartalen nachhaltig stabilisieren dürfte. Als einer der führenden Anbieter in diesem Segment bietet Micron Technology eine der interessantesten Wachstumsstorys, zumal die Aktie mit einem KGV 18(e) von 5,7 eine auch im Branchenvergleich sehr attraktive Bewertung vorzuweisen hat.

Autonomes Fahren ist die Zukunft

Die Aussicht, dass Autos ihren Weg autonom und ohne Hilfe des menschlichen Fahrers durch den Straßendschungel zum gewünschten Zielort finden, ist längst keine Fiktion mehr. Schon jetzt existieren auf Basis der von NVIDIA und Mobileye entwickelten AI-Algorithmen-basierte Lösungen, mit Hilfe derer Branchengrößen wie BMW, Daimler, GM, Ford oder Tesla Motors an der Realisierung von serienreifen autonomen Fahrzeugen arbeiten. Bis zur Realisierung serienreifer vollautonom fahrender Modelle, bei denen der Mensch nur im Notfall in das Geschehen eingreifen muss, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen. Allerdings dürften bereits 2020 erste Modelle, die ein autonomes Fahren der Stufen 4 bis 5 ermöglichen, auf den Straßen zu finden sein. Dies hat sich der japanische Branchenprimus Toyota zum Ziel gesetzt, während der US-Elektroautopionier bereits zwei Jahre früher mit Roboterauto-Versionen am Start sein will. Spätestens ab 2025 dürften viele der neuen Modelle bereits weitestgehend ohne menschliche Hilfe beim Fahren auskommen, dies jedenfalls ist die Vision führender Anbieter aus dem Premium-Segment aber auch von Massenherstellern wie Honda, Hyundai, General Motors und Ford.

Schnelle Datenübertragung ist der Schlüssel für Autonomes Fahren

Das Konzept des Autonomen Fahrens konnte bereits erfolgreich bei Pilot-Modellen von Tesla Motors, General Motors oder Konzeptfahrzeugen von NVIDIA erfolgreich realisiert werden. Ein Einsatz dieser Modelle außerhalb der Teststrecke ist bislang jedoch kaum realisierbar. Denn das Autonome Fahren birgt hohe Anforderungen die weit über den eigentlichen Prozess der Steuerung des Fahrzeugs ohne menschliche Hilfe hinausgehen. Autonomes Fahren ist ohne die Erfassung und Auswertung unzähliger Echtzeitdaten, die über Kameras, Sensoren und radarbasierte Systeme, die sowohl außen als auch innen angebracht sind, gesammelt werden, nicht möglich. Diese geben dem integrierten intelligenten Fahrassistenten oder dem angeschlossenen Machine-Learning-System Aufschluss darüber, was sich aktuell auf der Straße abspielt und warnt vor unvorhergesehenen Gefahren. Dies ermöglicht den Autonomous Driving Systems ein schnelles Eingreifen und hilft damit, schwere Unfälle zu vermeiden und macht selbstständiges Fahren in letzter Konsequenz erst möglich. Als „Flaschenhals“ erweist sich hier die unzureichende Datentransferrate, die eine simultane echtzeitbasierte Übertragung der Datensätze aus verschiedenen Sensor-Quellen nahezu unmöglich macht. Hier sorgen spezielle Memory-Chip-Lösungen für Abhilfe. Die neue Produktserie rund um so genannte Automotive-Grade Low-Power-DDR (LPDDR) ermöglicht Datenübertragungsraten von bis zu 100 Gigabyte pro Sekunde. Derzeit arbeitet Micron Technology an noch leistungsfähigere Speicherchips, um dem exponentiell wachsenden Datenaufkommen Rechnung zu tragen. Nach Aussage des Konzerns wäre für ein vollständig autonomes Fahren der Klasse 5 eine Datenübertragungsrate von 300 GB/Sekunde notwendig, während diese Kennzahl angesichts des wachsenden Verkehrsaufkommens mittelfristig auf 1 Terrabyte pro Sekunde gesteigert werden müsste.
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Erhalten von Traderfox am 21.09. um 10:20 Uhr
Veröffentlicht durch die Börse Stuttgart am 27.09.2017 um 09:40 Uhr