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Abgasaffäre in den USA wird teurer · 29.09.2017 15:30 Uhr

Volkswagen: Gewinnwarnung für drittes Quartal

Schmutziges VW-Logo auf einem Tiguan
Quelle: villorejo/Shutterstock
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VW gab heute Vormittag eine Gewinnwarnung für die Kapitalmärkte heraus. Hintergrund ist die Abgasaffäre in den USA, durch die auf den Konzern noch weitere Kosten in Milliardenhöhe zukommen werden.

-von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News-Redaktion -
Das Operative Ergebnis werde durch negative Sondereinflüsse von voraussichtlich rund 2,5 Mrd. € belastet, teilte Volkswagen heute Vormittag in einer Ad-hoc Meldung mit. Hintergrund ist eine Aufstockung der Vorsorgen für das Rückkauf-/Nachrüstprogramms von 2,0l TDI Fahrzeugen in Nordamerika, das sich erheblich langwieriger und technisch anspruchsvoller gestalten werde. Damit steigen die Kosten für die Bewältigung der Dieselaffäre auf rund 25,1 Milliarden Euro. Der vollständige Zwischenbericht des Konzerns für den Zeitraum Januar-September 2017 wird am 27. Oktober veröffentlicht.

Aktie unter Druck

Die Aktionäre reagierten sofort: Der Aktienkurs rauschte mit einem Minus von 2,9 Prozent am Morgen ans DAX-Ende. Analysten hatten für das gerade zu Ende gehende dritte Quartal bei den Wolfsburgern ein operatives Ergebnis von rund 4,4 Milliarden Euro erwartet. Zumindest in den USA schien der Abgasskandal als weitestgehend ausgestanden.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Auch aus juristischer Sicht kommt keine Ruhe in den Abgasskandal: Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass die Münchener Staatsanwaltschaft einen weiteren ranghohen Manager des Autokonzerns festgenommen hat. Angeblich handele es sich um Wolfgang Hatz, den früheren Entwicklungsvorstand der Sportwagentochter Porsche.

Porsche bleibt gelassen

Auf die Porsche Automobil SE, die zu 30,8 Prozent an der Volkswagen AG beteiligt ist, hat die Gewinnwarnung dennoch kaum negative Auswirkungen. Es werde zwar einen ergebnisbelastenden Effekt im Konzernergebnis von Porsche haben, erklärten die Stuttgarter. Porsche bestätigte dennoch die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr und geht für 2017 unverändert von einem Gewinn nach Steuern von 2,1 Milliarden bis 3,1 Milliarden Euro aus.

Barclays hält an positiver Einschätzung fest

Unabhängig von der VW-Meldung hat die britische Investmentbank Barclays ihre Einstufung für die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) auf "Overweight" mit einem Kursziel von 174 Euro belassen. Analystin Kristina Church geht in einer Sektorstudie vom Freitag davon aus, dass die aktuelle Rally europäischer Autoaktien mindestens noch zwei Quartale anhalten könnte. Die VW-Papiere seien branchenweit am offensichtlichsten unterbewertet. Einige gute Nachrichten dürften bereits ausreichen, um die Kurse weiter nach oben zu treiben.
 
Erstellt am 29.09.2017 um 15:30 Uhr
veröffentlicht am 29.09.2017 um 15:35 Uhr.