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Trend oder Strohfeuer? · 04.10.2017 09:00 Uhr

USA: Autoabsätze ziehen wieder an

Autos vor der Skyline von Washington
Quelle: Tupungato/Shutterstock
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Die Autoabsätze in den USA konnten im vergangenen September wieder deutlich zulegen. Ein Trend, von dem auch deutsche Hersteller profitieren konnten – allerdings nicht jeder wie erhofft.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Die Hoffnung wächst, dass durch das Schlussquartal wieder etwas Schwung in den US-Fahrzeugmarkt kommt. Nach einem eher schwachen Sommerquartal, könnte der September – zumindest eine kleine – Trendwende einläuten. Vor allem bei den Branchengrößen aus den USA wie General Motors (GM) lief es zuletzt wieder prächtig. So verkaufte der Marktführer im abgelaufenen Monat 279.397 Fahrzeuge, und somit 12 Prozent mehr als im Vorjahresvergleichszeitraum. Vor allem die Absätze der margenträchtigen Geländewagen schnellten in die Höhe, wodurch ein eher schleppender Verkauf von Limousinen locker kompensiert werden konnte. Mit einem Plus von 12 Prozent wird GM nur von Toyota geschlagen. Der japanische Autobauer steigerte seinen Absatz um ganze 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum.

Fiat Chrysler weiter schwach

Der heimische Konkurrent Ford kommt immerhin noch auf ein Absatzplus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt setzte Ford im vergangenen Monat 222.248 Fahrzeuge ab. Weniger gut lief es hingegen bei Fiat Chrysler. Hier gingen die Absatzzahlen erneut um rund 10 Prozent auf 174.266 Fahrzeuge zurück. Allerdings schränkte das Unternehmen seine Verkäufe an Flottenbetreiber drastisch ein, und kürzte diese um satte 40 Prozent. Das Geschäft mit Privatkunden bleibt allerdings halbwegs stabil.

VW legt zu, Daimler schwächelt

Bei den deutschen Autobauern zeigt sich ein erstaunlich gemischtes Bild. Vom Aufschwung profitierte zuletzt vor allem Volkswagen. Dank Golf, Jetta und dem SUV Tiguan steigen die Absätze von Volkswagen im September um rund ein Drittel und übertreffen somit weit den Branchenschnitt. Ebenfalls sehr ordentlich lief es bei der Konzerntochter Audi. Auch Audi konnte immerhin die Absätze um gut 9 Prozent steigern. Weniger gut lief es hingegen bei BMW und Daimler. Während BMW immerhin noch auf ein Absatzplus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat kommt, sanken die Absätze bei Daimler sogar um 2,2 Prozent. Die Verkäufe von Mercedes-Benz USA sanken inklusive der Tochtermarken Vans und Smart im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,2 Prozent auf 32 337 Neuwagen.

Mehr als ein Strohfeuer?

Und dennoch sollte man den jüngsten Aufschwung nicht allzu hoch hängen. Einerseits sorgten die jüngsten Hurrikans dafür, dass sich viele US-Bürger ein neues Auto anschaffen mussten, was jedoch vor allem einen Einmaleffekt darstellt. Andererseits gaben die Autobauer wieder sehr hohe Rabatte an ihre Kunden weiter. Laut einer Erhebung des Marktforschungsinstituts J.D. Power lagen die Rabatte für Neuwagen zuletzt im Schnitt bei 4.048 US-Dollar und erreichten somit ein neues Rekordhoch.
Erstellt am 04.10.2017 um 08:55 Uhr
Veröffentlicht am 04.10.2017 um 09:00 Uhr