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Höchst Stand seit 2008 · 09.10.2017 09:27 Uhr

Boom beim Aktienrückkauf

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Marian Weyo / shutterstock.com
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Der guten Konjunktur sei Dank: Deutsche Konzerne kaufen so viele Aktien zurück wie zuletzt 2008. Die Summe der Rückkäufe beläuft sich bislang diese Jahr auf mehr als vier Milliarden Euro.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Laut einer Studie haben deutsche Konzerne im laufenden Jahr so viel Geld für Aktienrückkäufe ausgegeben wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Wie eine Berechnung des Flossbach von Storch Research Institute zeigt kauften Unternehmen aus dem Dax und dem Mittelwerte-Index MDax bis September Papiere im Wert von mehr als 4,2 Milliarden Euro zurück.
Die Rückkäufe verteilen sich auf sechs Unternehmen: Die Versicherer Allianz und Munich Re, die Industriekonzerne Siemens und GEA, den Sportartikelhersteller Adidas sowie den Lichtspezialisten Osram.
Zudem hat der DAX-Konzern SAP einen Aktienrückkauf für 2017 angekündigt.
2017 liegt das Rückkaufvolumen deutlich über den Vorjahren, wenn gleich die alten Rekordwerte auch noch in weiter Ferne liegen. 2016 beispielsweise lag das Volumen bei 2,5 Milliarden Euro. Philipp Immenkötter, Analyst an dem Institut, das zum Vermögensverwalter Flossbach von Storch gehört führt den Anstieg insbesondere auf die gute Konjunktur zurück, welche die Barmittel der Firmen wachsen lässt.

Gewinne und Dividende pro Aktien steigen

MÄRKTE & MACHER 5:30min, 09. Oktober 2017, 15:40 Uhr
Für Aktionäre sind das gute Nachrichten. Denn mit den Aktienrückkäufen steigen in der Regel Gewinn und Dividende pro Aktie. Zudem steigt die Nachfrage nach den Wertpapieren, was den Kurs stützt. "Rückkäufe verlaufen in Zyklen, getrieben von der Konjunktur", sagt Immenkötter. In einer Rezession seien Aktien zwar in der Regel billig, doch dann fehle es an Geld. "Erst mit Wirtschaftswachstum sind Unternehmen in der Lage, Mittel für Rückkäufe anzuhäufen."

Schlechte Erfahrungen sorgten für Zurückhaltung

Als mit der Finanzkrise die Aktienkurse einbrachen, machte die Mehrzahl der Firmen Verluste. "Diese Erfahrung hat wie ein Dämpfer auf die Entwicklung einer Rückkaufkultur gewirkt", sagt Immenkötter. Im Boom vor der globalen Finanzkrise hatten 16 deutsche Konzerne noch Aktien im Wert von 16,9 Milliarden Euro zurück gekauft.