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Devisenmarkt · 09.10.2017 10:58 Uhr

Katalonien weiterhin das beherrschende Thema

Euro- und US-Dollar-Scheine auf einem Schachbrett
Quelle: Nagy-Bagoly Arpad/Shutterstock
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Die Krise in Spanien hat auch am Devisenmarkt ihre Spuren hinterlassen. Und jetzt? Von einer Entschärfung der Krise kann aktuell nicht die Rede sein. Einschätzungen der Commerzbank-Experten.

-Von Lutz Karpowitz (Commerzbank AG, Devisenanalyse, CM Research)-
EUR: Katalonien bleibt auch zu Wochenbeginn das beherrschende Thema. Die Abstimmung im katalonischen Regionalparlament soll nun am Dienstag stattfinden. Die großen Demonstrationen auch vieler Katalanen gegen eine Loslösung von Spanien haben am Wochenende nicht zu einen Umdenken der Regionalregierung geführt. Die Regierung in Madrid beharrt weiter darauf, dass Verhandlungen erst möglich sind, wenn die Regionalregierung auf eine Loslösung von Spanien verzichtet. Die beiden Züge rasen damit weiterhin aufeinander zu. Auch wenn sich bisher noch niemand so richtig vorstellen kann, dass es nicht demnächst zu einer politischen Lösung kommt, bleibt die Unsicherheit erhöht. Der Risikoappetit für spanische Assets jedenfalls lässt schon nach. Und für den Euro wird sich in den nächsten Tagen entscheiden, ob die Entwicklung in Spanien Gegen- oder Rückenwind darstellt. Eine Vermittlung durch Brüssel würde zeigen, dass Europa handlungsfähig ist und der Euro zu diesem Einigungsprozess beiträgt. Eine weitere Eskalation des Konflikts wäre für die Gemeinschaftswährung eine Belastung. Denn das wäre Wasser auf die Mühlen derer, die den Euro als Fehlkonstrukt ansehen, da es an einer politischen Union fehlt.

US-Dollar

„Sturmschäden am US-Arbeitsmarkt“ titulierten meine Kollegen am Freitagnachmittag ihre Analyse der veröffentlichten Daten. Natürlich war schon im Vorfeld klar, dass die Daten im US-Arbeitsmarktbericht für September stark verzerrt sein könnten. Ein Minus von 33 Tsd. Stellen aber hatte kaum jemand erwartet. Wer sich heute Morgen die Notierungen in EUR-USD ansieht, wird allerdings keine „Sturmschäden“ feststellen. Das liegt vor allem daran, dass die Zahlen vom Freitag nicht dazu geführt haben, dass die Fed-Zinserhöhung im Dezember weniger wahrscheinlich geworden ist. Im Gegenteil: Mittlerweile ist sie zu drei Vierteln eingepreist. Dafür gibt es drei Gründe: 1. Ist jedem klar, dass die Fed die Daten vom September kaum beachten wird. 2. Ist die Arbeitslosenquote auf ein Nachkrisentief von 4,2% gefallen und 3. Sind gleichzeitig die Stundenlöhne gegenüber dem Vormonat um 0,5% gestiegen (Erwartung: +0,3%). Für die Fed ist derzeit die Teuerung die wichtigste Baustelle. Der Anstieg der Stundenlöhne ist damit höchst willkommen und spricht für höhere Zinsen im Dezember – kein Grund also für den Devisenmarkt, den USD niedriger zu bewerten. Das gilt zumindest bis zum Freitag, wenn die CPI-Daten veröffentlicht werden. Die US-Verbraucherpreisdaten sind wohl die derzeit wichtigsten US-Daten. Für Freitag rechnet der Markt allerdings bereits mit einem Plus von 0,6% zum Vormonat und 2,3% zum Vorjahr. Ein Szenario, bei dem wohl kaum noch einer mit unveränderten Zinsen im Dezember rechnen würde. Allerdings bergen die hohen Erwartungen für Freitag das Risiko einer Enttäuschung. Bis Freitag aber spricht einiges für niedrigere Notierungen in EUR-USD

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Erhalten von der Commerzbank AG am 09.10.2017 um 10:42 Uhr
Veröffentlicht durch die Börse Stuttgart am 09.10.2017 um 10:55 Uhr
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