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Gastbeitrag Commerzbank Research · 11.10.2017 10:27 Uhr

ATX: Diese österreichischen Einzelaktien sollten Sie auf dem Zettel haben!

Wiener Riesenrad
Quelle: Era77/Shutterstock
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Im Vorfeld der am 15. Oktober 2017 anstehenden Nationalratswahlen in Österreich präsentiert sich der führende österreichische Aktienindex, der ATX, in einer guten technischen Lage, wobei weiter steigende Kurse nicht überraschen sollten.

-zum Autor: Achim Matzke ist Leiter technische Analyse und Index Research bei der Commerzbank AG-
Neben den Impulsen aufgrund der intakten Hausse an den US-Aktienbörsen und in vielen europäischen Aktienindizes regt auch diese Wahl zur Phantasie an, da sich nach vielen Jahren mit einer großen Koalition aus SPÖ und ÖVP diesmal andere Regierungskonstellationen andeuten. Mit Blick auf die technische Lage bei österreichischen Einzelaktien sind der Öl & Gas-Konzern OMV, der Stahlkonzern VoestAlpine und als Turnaround-Kandidat die Uniqa Insurance Group hervorzuheben. Beim Industrie-Konzern Andritz und beim Lichtspezialisten Zumtobel Group sollte das Auftreten von (Investment-)Kaufsignalen abgewartet werden.

ATX: In der neuen Hausse-Bewegung

Der ATX (Austrian Traded Index) ist ein Kursindex und umfasst die 20 liquidesten österreichischen Aktien von der Wiener Aktienbörse. Im ATX, der am 02.01.1991 bei 1000,0 Punkten startete und für den noch weiter zurückliegende Daten vorhanden sind, warden die Aktien nach dem Streubesitz gewichtet. Der Anteil der Bank-, Versicherungs- und Immobilienaktien beträgt ca. 50%. Die Kursentwicklung seit Anfang 1991 kann in fünf technische Phasen eingeteilt werden. Zuerst – nach dem Kursaufschwung bis zum März 1990 bis auf 1737 Punkte – kam es zu einer vierzehnjährigen Seitwärtspendelbewegung zwischen dem Support um 700 und der Resistance um 1740. Hierbei hatte sich noch eine Coretrading-Range von 1000 bis 1300 ergeben. Im Jahr 2004 war der Index mit einem übergeordneten Kaufsignal aus dieser Seitwärtspendelbewegung herausgelaufen und die zweite, technische Phase (eine technische Bilderbuch-Hausse) führte den Index bis auf neue All-Time Highs um 5010 (Juni 2007). Die dritte technische Phase war eine Baisse im Umfeld der Finanzkrise, die den ATX bis zum März 2009 bis auf ca. 1380 gedrückt hat. Die vierte technische Phase war wieder einer jahrelange Seitwärtspendelbewegung (von 2009 bis 2017). Hierbei hatte sich in den letzten fünf Jahren eine Handelspanne mit der Support-Zone von 1850 bis 2000 und die Resistance-Zone um 2750 ergeben. Zum Jahreswechsel 2016/2017 war der Index mit einem übergeordneten Kaufsignal aus dieser Handelspanne herausgelaufen, so dass jetzt die fünfte technische Phase, wieder eine Hausse, ansteht. Auch wenn der Index aufgrund der Kursgewinne in den letzten Wochen eine leicht überkaufte Lage aufweist, so sollte das nächste mittelfristige, technische Etappenziel im Test der Resistance-Zone von 3600 bis 3700 (stammt aus 2006/2007) liegen.

OMV: In der technischen Hausse

Der Öl & Gas-Konzern OMV, der auch einige Chemieaktivitäten ausübt, hatte ab 1998 und einem Kursniveau um €6,7 eine Hausse-Bewegung durchlaufen. Diese führte zu Top-Kursen um €60,7 (März 2006; Resistance-Zone). In den Jahren 2006 und 2007 kam es zu einer Seitwärtsbewegung unterhalb dieser Resistance-Zone, die den technischen Charakter einer Top-Formation aufwies. In der Finanzkrise war OMV dann mit mehreren Verkaufssignalen unter Druck gekommen und war bis auf Kurse um €16,6 eingebrochen. In den Folgejahren kam es zu einem ausgeprägten Trading-Markt, wobei sich die Aktie schwerpunktmäßig in der der Handelsspanne von €20,0 bis €30,0 aufgehalten hat. Zum Jahreswechsel 2016/2017 ist die Aktie von OMV mit einem übergeordneten Kaufsignal sowohl aus dieser Handelsspanne als auch aus dem Baisse-Trend, der seit dem Jahreswechsel 2007/2008 vorlag, herausgelaufen. Damit liegt eine neue Hausse-Bewegung vor. Die erste, sehr ausgeprägte Kursrallye hat die Aktie bis auf ein Kursniveau um €50,5 (Mai 2017; neue Resistance-Zone) geführt. Seitdem befindet sich die Aktie in einer Konsolidierung unterhalb dieser Resistance-Zone. Da diese Konsolidierung aus mittelfristiger technischer Sicht einen trendbestätigenden Charakter nach oben aufweist, sollte es nicht überraschen, wenn OMV in den kommenden Wochen ein weiteres Investment-Kaufsignal (Sprung über €50,5) nachliefert und dann in Richtung der alten All-Time Highs (um €60,7) läuft. Deshalb bietet sich bei OMV die aktuell eine jährliche (Brutto-) Dividendenrendite von ca. 2,5% aufweist, eine technische Doppelstrategie, an. Zuerst der Aufbau einer Anfangsposition auf dem aktuellen Kursniveau, wobei diese Position einen strategischen Sicherungsstopp bei €40,0 erhält. Sollte OMV mit einem (Investment-)Kaufsignal (Kurse über €50,0) nach oben anspringen, bietet sich ein Ausbau dieser Position an.

VoestAlpine: Im Aufwärtstrend

Die Aktie von VoestAlpine hatte von Februar 2002 (Kurse um €5,3) bis zum Juli 2007 und Kursen um €67,0 eine feine technische Hausse durchlaufen. Dieser wurde dann aber in der Finanzkrise von einer feinen technischen Baisse und einem Kursrutsch bis auf ein Kursniveau um ca. €9,0 (März 2009) abgelöst. Von 2009 bis zum Juli 2011 kam es bei der Aktie zu einer ausgeprägten Kurserholung bis auf ein Kursniveau um €39,4. Insgesamt bewegte sich die Aktie aber bereits seit dem Jahr 2010 in einer Seitwärtspendelbewegung mit der gestaffelten Support-Zone um €22,0 und einer gestaffelten Resistance-Zone von €40,0 bis €42,0. Der in VoestAlpine vorliegende Aufwärtstrend, der im Februar 2016 an der Support-Zone startete, hat die Aktie bis zum Februar 2017 zunächst bis an die Resistance-Zone geführt. Aufgrund der danach folgenden Konsolidierung direkt unterhalb dieser Resistance-Zone war somit eine mittelfristig neutrale Position entstanden. Zuletzt ist die Aktie mit einem neuen Investment-Kaufsignal über diese sechsjährige Widerstandszone gelaufen, so dass sich der mittelfristige Hausse-Trend mit einem technischen Etappenziel von €47,0 bis €48,0 fortsetzen sollte. Aufgrund dieser technischen Gesamtsituation stellt VoestAlpine, die aktuell ebenfalls eine jährliche (Brutto-)Dividendenrendite von ca. 2,5% aufweist, einen technischen (Zu-)Kauf dar.
 
Erhalten von der Commerzbank am 11.10.2017 um 09:29 Uhr
Veröffentlicht durch die Börse Stuttgart am 11.10.2017 um 10:27 Uhr