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Gastbeitrag von Ellwanger & Geiger · 08. März 2017

Irrlichter

Man glaubt es kaum, aber es kann doch schlimmer kommen, als man es sich jemals vorstellen konnte. Die politische Welt steht Kopf. Dabei vermittelt das große Bild der Konjunkturindikatoren eine stabile Entwicklung der Weltkonjunktur.

Türkische Regierungsmitglieder, die Deutschland Nazi-Methoden vorwerfen, ein US-Präsident, der kurz vor seinem Wochenend-Golftrip seine Mann-/Frauschaft cholerisch zusammenstaucht und ein Never-ending-Skandal des konservativen Präsidentschaftskandidaten in Frankreich, der die Märkte zunehmend beunruhigt. Zu dem Gefühl, dass die Welt aus den Fugen geraten ist, kommt nun die Überzeugung, dass kurzfristig kaum Besserung in Sicht ist und manche Protagonisten auf dem Weg sind, sich immer tiefer in den Sümpfen ihrer Überzeugungen und Verfehlungen zu verstricken.

Wirtschaftsdaten machen Hoffnung

Dabei vermittelt das große Bild der Konjunkturindikatoren eine stabile Entwicklung der Weltkonjunktur. Insbesondere China nimmt mit dem ersten Anstieg der Währungsreserven seit langem den Crash-Propheten, die Chinas Wirtschaft abstürzen sehen, den Wind aus den Segeln. Früh- bzw. Stimmungsindikatoren in Europa weisen auf eine sehr optimistische Grundhaltung hin, während die ein oder andere Negativmeldung, wie der deutliche Auftragseingangseinbruch in Deutschland im Januar, auf Basiseffekte zurückgeführt und als Ausreißer angesehen wird. Eine große Diskussion entbrennt regelmäßig um die aktuelle Bewertung der Aktienmärkte. Diese wird durch die Mehrzahl an positiven Unternehmensausweisen gestützt. Natürlich sind auch schon Erwartungshaltungen in die Preise mit eingeflossen. Allen voran die positiven Auswirkungen wirtschaftspolitischer Maßnahmen des neuen US-Präsidenten. Diese sollten allerdings nicht zu lange auf sich warten lassen, da sonst keine positiven Effekte mehr in 2017 realisiert werden können.

Trump muss liefern

Somit lassen sich drei Voraussetzungen definieren, die dafür sorgen könnten, dass das aktuelle Kursniveau gehalten bzw. ausgebaut werden kann. Zunächst müssen die wirtschaftsstimulierenden Versprechen in den USA eingelöst werden, des Weiteren müssen die Wahlen in den Niederlanden und Frankreich so ausgehen, dass die neuen Regierungen den bisherigen Europa-Kurs weiterführen und zu guter Letzt sollten sich die internationalen Spannungen und protektionistischen Vorhaben zumindest teilweise in Luft auflösen.
 
Zum Autor: Michael Beck ist Leiter Asset Management bei Ellwanger & Geiger