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Einkaufstour geht weiter · 17.10.2017 09:36 Uhr

Lufthansa will Teile von Alitalia kaufen

Alitalia Flieger
Quelle: Vytautas Kielaitis / Shutterstock
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Mittlerweile sind sieben Angebote für die insolvente Alitalia eingegangen. Auch die Lufthansa ist in den Bieterkampf eingestiegen und hat ein Konzept für eine neu strukturierte „NewAlitalia“ vorgelegt.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
In der vergangenen Woche erst hat die Lufthansa Teile der insolventen Air Berlin gekauft, nun hat sie kurz vor Ablauf der Bieterfrist ein Angebot für die insolvente Alitalia eingereicht.
Nach Unternehmensangaben sei ein Konzept für eine neu strukturierte Alitalia mit einem fokussierten Geschäftsmodell eingereicht worden. "Damit hat sich die Lufthansa Group gegen die Abgabe eines Angebots für die gesamte Airline entschieden", hieß es weiter. Über Details der Offerte sei laut DAX-Unternehmen Stillschweigen vereinbart worden.
Die Tageszeitung "Corriere della Sera" will mehr erfahren haben und berichtete, der deutsche Branchenprimus will 500 Millionen Euro für Flugzeuge samt Crews und Verkehrsrechte der Alitalia ausgeben. Die Kranich-Airline erklärte, sie interessiere sich für Teile des weltweiten Netzverkehrs und Direktflüge innerhalb Europas.

Regierung möchte Airline als Ganzes verkaufen

Im Frühjahr musste die italienische Airline in Insolvenz gehen, nachdem die Mitarbeiter sich gegen einen von Gewerkschaften und Management ausgehandelten Rettungsplan gestellt hatten. Der Sanierungsplan sah den Abbau von 1.700 Jobs beim Bodenpersonal und die Kürzung der Gehälter beim Flugpersonal von acht Prozent vor.
Die aktuellen Pläne der Lufthansa werden wohl von den zuständigen Staatskommisaren abgelehnt. Sie möchten die Alitalia als Ganzes verkaufen und nicht den Flugbetrieb von den Bodendiensten trennen. Schon vor Monaten war die Lufthansa als Käufer ins Spiel gebracht worden. Die Lufthansa wollte komplette Airline mit ihren hohen Schulden aber nicht übernehmen.

Überbrückungskredit analog zur Air Berlin

Aktuell wird die Alitalia mit einem öffentlichen Überbrückungskredit gestützt, den die Regierung am Freitag von 600 auf 900 Millionen Euro aufstockte. Medienberichten zufolge ist das Geld aber noch nicht angetastet worden. Die Rückzahlung soll erst im September 2018 erfolgen.

Lufthansa-Aktie weiter im Aufwind

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die Lufthansa sich mit Air Berlin auf eine Übernahme von rund 80 der insgesamt gut 130 Flugzeuge der zweitgrößten deutschen Fluglinie geeinigt hat. Damit soll vor allem die Flotte der Billigtochter Eurowings von 160 auf 210 Flugzeuge ausgebaut werden. In den vergangenen Jahren hat der deutsche Primus bereits die Schweizer Swiss Air, die belgische Brussels Airlines und die österreichische Austrian Airlines übernommen.
Die Lufthansa ist ein großer Gewinner der Veränderungen in der Luftfahrtbranche und das lässt sich auch am Aktienkurs ablesen. Seit Anfang August befindet sich die DAX-Aktie im Rallymodus und konnte ein neues 17-Jahreshoch erklimmen. In einem ruhigen Gesamtmarkt legt sie am Dienstag leicht zu.