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Onlinehändler wächst dynamisch · 18.10.2017 12:45 Uhr

Zalando wächst zu Lasten des Gewinns

Logo von Zalando auf einem Gebäude
Quelle: 360b/Shutterstock
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Die gute Nachricht: Zalando wächst weiter äußerst dynamisch. Die schlechte Nachricht: Das beschleunigte Wachstum geht vor allem zu Lasten des Gewinns. Den Anlegern scheint das jedoch egal zu sein.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Zalando kann sich auch im abgelaufenen Quartal über ein fulminantes Umsatzwachstum in Höhe von 27,5 bis 29,5 Prozent freuen. Nach vorläufigen Zahlen stiegen die Umsätze in den vergangenen drei Monaten auf 1,064 bis 1,081 Milliarden Euro wie der Onlinehändler heute Morgen mitteilte. Gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum ist dies eine weitere, sehr dynamische Steigerung, obwohl bereits im Vorjahr die Erlöse um 17,5 Prozent angestiegen sind.
Geht es nach dem Co-CEO von Zalando Rubin Ritter, sieht man sich – zumindest in Sachen Wachstum – voll auf Kurs: „Wir setzen unsere Wachstumsstrategie mit Hochdruck um und gewinnen dabei weiter Marktanteile“.
So weit, so gut. Doch wie man es beispielsweise von Amazon kennt, geht auch bei Zalando die Wachstumsstrategie zu Lasten der Gewinne. So brach das bereinigte EBIT im abgelaufenen Quartal um 75 Prozent ein und das Unternehmen rechnet bis dato mit einer EBIT-Spanne im Bereich von minus 5 Millionen Euro bis plus 5 Millionen Euro. Im Vorjahr kam der Onlinehändler immerhin noch auf ein Plus von 20 Millionen Euro. Angesichts des Umsatzes ist das zwar auch nicht viel, aber immerhin kam man im Vorjahr noch auf eine EBIT-Marge von 2,3 Prozent. Während das bereinigte EBIT leicht unter den Erwartungen von Analysten gelegen hat, wurden die Umsatz-Prognosen vergleichsweise deutlich geschlagen.

Herbstliche Witterung beflügelt Umsätze

Zalando profitierte zuletzt offenbar von der herbstlichen Witterung. Nachdem bereits im September die Temperaturen deutlich zurückgingen, deckten sich viele Kunden diesmal schon frühzeitig mit Winterkleidung ein, dem Absatz vor allem zum Ende des Quartals deutlich zu Gute kam. Allerdings zogen auch die Marketing- und Werbekosten im gleichen Zeitraum deutlich an, was schlussendlich auf die EBIT-Marge drückte. Neben höheren Marketingausgaben, investierte Zalando in den vergangenen Monaten in seine Infrastruktur. So schmälerten zuletzt Investitionen in Technologie und vor allem im Logistikbereich den Gewinn zusätzlich. Dennoch sieht man sich bei Zalando unverändert auf gutem Wege und verteidigt den Wachstumskurs ausdrücklich: „Das dritte Quartal unterstreicht einmal mehr, dass wir unseren Expansionskurs mit Investitionen in unsere Technologie- und Logistikinfrastruktur, das Kundenerlebnis und unsere Markenpartner wesentlich vorantreiben“, so Rubin Ritter.

Zalando steigt ins "Beauty-Geschäft" ein

Im nächsten Schritt will Zalando nun auch ins Beauty-Geschäft einsteigen. Aus Sicht von Ritter sei dies der „nächste logische Schritt“ und spiegele vor allem die Wünsche der Kunden wider. Der Einstieg in den Online-Beauty-Handel dürfte jedoch nicht ganz billig werden. Die Kosten für Marketing und Werbung dürften vor diesem Hintergrund nicht wirklich weniger werden – im Gegenteil.
Aktionären reagieren enttäuscht auf die Zahlen. Mit einem Minus von fast drei Prozent ist die Zalando-Aktie Schlusslicht im MDAX.
Etliche Anleger hatte die verlängerte Handelszeit der Börse Stuttgart bis 22 Uhr genutzt, und die Zalando Aktie bereits am Abend verkauft. Das kleine Kursplus am Handelsplatz Stuttgart bezieht sich auf den 22 Uhr Schlusskurs.
Erstellt am 18.10.2017 um 10:15 Uhr Veröffentlicht am 18.10.2017 um 10:25 Uhr