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Softwarekonzern enttäuscht Analysten · 19.10.2017 09:28 Uhr

SAP hebt Prognose an, aber...

Logo von SAP auf einem Gebäude
Quelle: photobyphm/Shutterstock
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Nahezu alle relevanten Kennzahlen von SAP für das dritte Quartal lagen unterhalb der Erwartungen von Analysten. Und trotzdem hob der Softwarekonzern gleichzeitig seine Prognose für das laufende Jahr an – allerdings nur moderat.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Die operative Marge von SAP ging im dritten Quartal um 120 Basispunkte auf 29,3 Prozent zurück. Somit fällt der Rückgang der Marge sogar etwas stärker aus, als im Vorfeld von Analysten erwartet. Diese rechneten immerhin noch mit einer Marge von 29,8 Prozent. Leicht unterhalb der Prognosen lagen zudem die Umsätze und Gewinn von SAP. Die Umsätze konnten zwar im abgelaufenen Quartal erneut gesteigert werden und liegen mit 5,590 Milliarden Euro gut vier Prozent über dem Vorjahresvergleichszeitraum. Der Betriebsgewinn blieb mit 1,637 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr fast stabil. Doch in beiden Fällen hatten Analysten im Vorfeld ebenfalls mit leicht höheren Werten gerechnet.

Cloud-Geschäft verliert an Dynamik

Im Cloud-Geschäft wird SAP derzeit Opfer vergangener Erfolge. Das äußert margenträchtige Geschäft mit der Cloud legte zuletzt mit 22 Prozent (währungsbereinigt 27 Prozent) zwar weiterhin dynamisch zu, allerdings reicht das den Analysten nicht aus. Sie hatten auch in diesem Fall mit etwas höheren Werten gerechnet. Das Wachstum im Geschäft mit der Cloud lag bereits im zweiten Quartal erstmals unter 30 Prozent. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass natürlich die Ausgangslage mittlerweile eine andere ist und ein derart dynamisches Wachstum sich irgendwann fast schon zwangsläufig abschwächen muss.

SAP hebt Jahresprognose an

Wenngleich die Erwartungen von Analysten in weiten Teilen verfehlt wurden, zeigt man sich bei SAP mit dem Zahlenwerk durchaus zufrieden. Bill McDermott, Vorstandssprecher von SAP: „Wir sehen Wachstum in allen unseren Geschäftsaktivitäten und heben daher erneut unseren Ausblick für das Gesamtjahr an“. Grundsätzlich ist natürlich jede Prognoseanhebung immer erfreulich, allerdings muss man bei SAP in diesem Fall dazu sagen, dass diese Anhebung diesmal äußerst moderat ausfällt. Während der Softwarekonzern also bisher einen Gesamtumsatz im Gesamtjahr von 23,3 bis 23,7 Milliarden Euro erwartete, geht man in Walldorf mittlerweile von einer Spanne zwischen 23,4 und 23,8 Milliarden Euro aus. Das Betriebsergebnis wurde auf der unteren Spanne um 0,05 Milliarden Euro ebenfalls nur leicht nach oben korrigiert. Der Konzern rechnet demnach mit einem Betriebsergebnis zwischen 6,85 und 7,0 Milliarden Euro. Angesichts der doch sehr marginalen Anpassungen, sieht die Anhebung der Prognose ein wenig nach Kosmetik aus.

Mehrheit der Analysten empfiehlt Aktie weiterhin zum "Kauf"

Bei den Aktionären kommen die heute vorgestellten Zahlen bislang nicht besonders gut an. Am frühen Morgen gehört die SAP-Aktie zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex. Doch der heutige Rücksetzer scheint für die etwas länger investierten Anleger durchaus verkraftbar. Immerhin konnten die Anteilsscheine der Walldorfer auf Jahressicht um fast 20 Prozent zulegen. Auch das Gros der Analysten sieht die Zukunft der SAP-Aktie weiterhin positiv. Von insgesamt 25 Analysten empfehlen derzeit 17 die Aktie zum „Kauf“. Allein im Oktober gab es bisher zwölf „frische“ Analystenkommentare. Das ambitionierteste Kursziel kommt dabei von Barclays Capital. Analyst Gerardus Vos bestätigte erst in der vergangenen Woche sein Kursziel von 110 Euro. Nach heutigem Stand wäre dies immerhin ein Kurspotenzial von fast 20 Prozent.
 
Erstellt am 19. Oktober um 09:15 Uhr
Veröffentlicht am 19. Oktober um 09:27 Uhr