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Kochboxen für Zuhause · 23.10.2017 09:32 Uhr

Hellofresh will aufs Börsenparkett

Hello Fresh Kochbox
Quelle: ThomasDeco / Shutterstock
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Der Lebensmittel-Lieferdienst wagt den zweiten Anlauf an die Börse. Zur Finanzierung des Wachstums will das Unternehmen bis zu 357 Millionen Euro einsammeln. Die Aktien können vom 24. Oktober bis 01. November gezeichnet werden.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Die Preisspanne für die Aktien liegt bei 9,00 Euro bis 11,50 Euro, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. Am 2. November will Hellfresh sein Debüt an der Börse feiern.
Bislang hat das Unternehmen noch kein Geld verdient. Das soll sich aber bald ändern. „Wir sind massiv gewachsen und haben das strategische Ziel, innerhalb der nächsten 15 Monate auf Gruppenebene die Gewinnschwelle zu erreichen", sagte Hellofresh-Chef Dominik Richter. „Jetzt ist der richtige Moment, Hellofresh auf die nächste Stufe zu bringen."
Hellofresh liefert „Kochboxen" nach Hause, in denen die Kunden die Zutaten und das entsprechende Rezept finden, um selbst ein Menü zu kochen. Das Unternehmen zählt über 2000 Mitarbeiter und ist in Amerika, Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Australien, Österreich, der Schweiz sowie Kanada tätig.

Zweites IPO aus dem Reich von Rocket Internet

Nach Delivery Hero ist Hellofresh das zweite Unternehmen aus dem Reich von Rocket Internet, das sich an die Börse wagt. Vor zwei Jahren hatte das Unternehmen, an dem der Startup-Investor 53 Prozent hält, seine Börsenpläne fürs erste begraben. Die Erlöse aus dem Börsengang sollen allein dem Unternehmen zufließen, Rocket Internet & Co. wollen keine Aktien platzieren.
Beim Börsengang hoffen die Hellofresh-Eigentümer Rocket Internet auf einen ähnlichen Erfolg wie bei Delivery Hero. Ende Juni waren die Aktien zu 25,50 Euro ausgegeben worden und konnten seitdem deutlich zulegen. Bis auf 38,40 Euro stiegen die Aktien-Neulinge an der Börse, aktuell kostet eine Aktie rund 35 Euro.

Blue Apron als warnendes Beispiel?

Schlechte Erfahrungen musste hingegen der Kochboxen-Anbieter Blue Apron machen. Die Aktien des US-Konkurrenten, die nach kräftigen Preiszugeständnissen zu zehn Dollar je Stück zugeteilt wurden, haben mit der Sorge vor mächtiger Konkurrenz fast die Hälfte ihres Werts verloren. So belastet die milliardenschwere Übernahme der Biosupermarkt-Kette Whole Foods durch den Internet-Händler Amazon, der im Juli eine eigene Marke für ein Kochboxen-Angebot eintrage lies. Das US-Unternehmen leidet zudem unter gestiegenen Kosten und sinkenden Kundenzahlen und so wurde erst vor wenigen Tagen bekannt, dass der Blue Apron sechs Prozent der Stellen streicht.