Nachrichten

Traderfox – Kolumne · 30.10.2017 08:00 Uhr

Münchener Rück: Sturmsaison schickt Dividendenperle nach unten

Hurricane Irma
Quelle: lavizzara / Shutterstock
Beitrag teilen
Heftig erwischt hat es den weltgrößten Rückversicherer aus München. Die beiden Wirbelstürme „Irma“ und „Harvey“, die durch amerikanische Südstaaten fegten, haben eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

- verfasst von Tim Schäfer -
Besonders betroffen sind die Karibik, Florida und Texas. „Irma“ hatte Florida mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 Kilometern je Stunde heimgesucht. Gouverneur Rick Scott resümierte zerknirscht: „Einen so katastrophalen Sturm hat unser Bundesstaat noch nie erlebt.“
Wenige Tage zuvor hatte Hurrikan „Harvey“ Teile von Texas verwüstet. Besonders die Metropole Houston musste leiden. Überschwemmungen richteten enorme Zerstörungen an.

Gewinnwarnung wegen Wirbelstürmen

Die Münchener informierten den Kapitalmarkt, dass sie ihr Gewinnziel womöglich nicht erreichen werden. Die hohen Schäden sind schuld. Jedenfalls stellt der neue Vorstandschef Joachim Wenning das bislang angestrebte Ziel von 2 bis 2,4 Mrd. EUR bis Silvester in Frage. Die Schäden kann er freilich noch nicht benennen. Es ist zu früh. Um die Zukunft des Konzerns muss sich indes niemand Sorgen machen. Die Kapitalbasis ist enorm. Die Bilanz gleicht einer Festung.
Geduldige Anleger wittern eine Chance. Ja, es sind Großschäden, die ein Quartal sogar in die roten Zahlen treiben kann. Aber dauerhaft werden sich kaum Probleme ergeben. Denn man kann die Uhr danach stellen: Kaum haben Naturkatastrophen zugeschlagen, erhöhen die Assekuranzen im Gleichschritt ihre Prämien. Die Branche wird aus dem Misere gestärkt hervorgehen.

Mittelfristiges KGV nur 9

In der Spitze lag der Kurs schon bei 205 EUR. Das war im April 2015. Jetzt bekommen Anleger den DAX-Titel für 176 EUR. Die Aktie mag optisch teuer erscheinen. Das Gegenteil ist allerdings der Fall: Sie ist spottbillig. Geht man davon aus, dass sich der Profit in einigen Jahren bei 3 Mrd. EUR einpendelt, beträgt das KGV nur 9.
Vermutlich wird die Führungsetage die Dividende mindestens stabil bei 8,60 EUR halten. So gesehen, winkt eine Dividendenrendite von 4,88 %. Gut möglich, dass trotz der Stürme noch ein kleiner Schnaps obendrauf kommt. Warum kam es zu der Gewinnwarnung? Wenning will vorsichtig mit dem Kapitalmarkt kommunizieren. Er möchte eine Enttäuschung zum Jahresende vermeiden. Der Konzern ist für seine eher konservative Planung bekannt. Das machte schon Wennings Vorgänger Nicolaus von Bomhard, der im Frühjahr in den Ruhestand ging, zu seinem Prinzip.

1. Halbjahr lief gut

Im 1. Halbjahr türmte sich der Gewinn auf 1,29 Mrd. EUR. Wenning kommentierte das Anfang August noch so, als die Hurrikans noch nicht zugeschlagen hatten: „Munich Re ist auf einem sehr guten Weg, das gesetzte Gewinnziel für 2017 in Höhe von 2 bis 2,4 Mrd. € zu erreichen. Unsere Strategie stimmt und wir können uns auf deren Umsetzung durch Erschließen profitablen Neugeschäfts konzentrieren.“ Weil die Bayern sowohl im Erstversicherungs-, als auch Rückversicherungsgeschäft tätig sind, können sie Risiken besser abfedern.
Ein Potential steckt in der Digitalisierung. Versicherungen haben enormes Einsparpotenzial. Personal lässt sich abbauen – ohne dass die Leistung leiden muss. Im Gegenteil. Vom Vertrieb über die Antragstellung bis hin zur Schadenabwicklung, vieles lässt sich mit intelligenter Software reibungslos erledigen.
Dieser Text ist ein Auszug aus dem aktuellen Anlegermagazin des Börse Stuttgart Anlegerclubs. Sie wollen den vollständigen und alle weiteren Artikel der aktuellen Ausgabe lesen?
Dann registrieren Sie sich hier kostenfrei und unverbindlich für den Börse Stuttgart Anlegerclub.