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Airline setzt Höhenflug fort · 25.10.2017 09:01 Uhr

Deutsche Lufthansa übertrifft Erwartungen

Außenansicht eines Lufthansa-Flugzeugs
Quelle: Belish/Shutterstock
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Die Deutsche Lufthansa hat für das dritte Quartal deutlich bessere Zahlen vorgelegt als von Analysten im Vorfeld erwartet. Auf Sicht der vergangenen neun Monate blickt die Airline sogar auf das beste Ergebnis ihrer Geschichte zurück.

NEWS AUS DEM HANDEL 3:23min, 25. Oktober 2017, 10:11 Uhr
-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Zwischen Juli und September konnte die Deutsche Lufthansa den Umsatz von 8,83 Milliarden Euro auf nun 9,81 Milliarden Euro steigern. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg ebenfalls deutlich – um satte 32 Prozent – auf nun 1,52 Milliarden Euro. Entsprechend konnte auch die Marge verbessert und auf 15,5 Prozent gesteigert werden. Auf den ersten Blick fällt der Konzerngewinn mit 1,18 Milliarden Euro deutlich schwächer als im Vorjahresvergleichszeitraum aus (1,42 Milliarden Euro), allerdings ist der höhere Konzerngewinn aus dem Vorjahr vor allem auf einen Sondereffekt zurückzuführen. Im Zuge des Tarifabschlusses mit den Flugbegleitern, konnte die Deutsche Lufthansa im vergangenen Jahr Rückstellungen für die Altersvorsorge in Höhe von 713 Millionen Euro auflösen. Alle Kennzahlen lagen zumindest moderat über den Erwartungen von Analysten.

Die Kosten im Griff

Deutschlands größte Airline profitiert derzeit vor allem von steigenden Margen. Wie der Konzern mitteilte stiegen die Einnahmen pro Sitzplatz, die sogenannten Stückerlöse, um 4,5 Prozent. Zwar legten gleichzeitig auch die bereinigten Stückkosten mit 0,2 Prozent leicht zu, allerdings fällt dieser Anstieg sehr moderat aus. Die Treibstoffkosten bleiben währenddessen der größte Kostentreiber bei der Deutschen Lufthansa. Für das laufende Jahr rechnet die Airline mit Kosten in Höhe von 5,3 Milliarden Euro.
Zudem scheint die Deutsche Lufthansa die Kosten mehr und mehr in den Griff zu bekommen. Trotz der um 10,3 Prozent gestiegenen Bruttoinvestitionen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro konnte der Free Cashflow um 83,8 Prozent auf 2,79 Milliarden Euro verbessert werden. Die Nettokreditverschuldung ging seit Jahresbeginn sogar um 80,7 Prozent auf nun 521 Millionen Euro zurück. Zudem haben sich die Pensionsrückstellungen im selben Zeitraum um fast eine halbe Milliarde Euro verringert. Aus Sicht der Deutschen Lufthansa ist für diese Veränderung die positive Entwicklung des Pensionsvermögens maßgeblich. Vor allem mit der Kostenseite zeigt man sich bei der Deutschen Lufthansa zufrieden, wenngleich man sich noch nicht am Ziel wähnt: „Trotz gestiegener Investitionen konnten wir den Free Cashflow nahezu verdoppeln und die Schulden um mehr als 80 Prozent verringern. Besonders erfreulich ist, dass alle Airlines der Gruppe ihre Margen steigern konnten. Dazu hat das positive wirtschaftliche Umfeld beigetragen. Gleichzeitig spiegeln sich in diesen Zahlen vor allem aber unsere Anstrengungen der vergangenen Jahre wider, die nun Erfolge zeigen“, sagt Ulrik Svensson, Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa AG. „Wir müssen weiter konsequent unsere Kosten senken, um uns die finanzielle Stärke für zukünftige Investitionen immer wieder aufs Neue zu erarbeiten.“

Expansionskurs scheint Früchte zu tragen

Insgesamt agiert der Lufthansa-Konzern derzeit in einem äußerst spannenden, aber auch fordernden Umfeld. Erst zu Beginn des Jahres übernahm die Deutsche Lufthansa Brussels Airlines. Vor wenigen Wochen hat sich die Lufthansa nun auch Teile der insolventen Air Berlin gesichert. Auch für Teile der ehemaligen Konkurrentin, aber nun ebenfalls insolventen Alitalia gab die Lufthansa ein Angebot ab.
Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass derartige Konsolidierungen meist zu Lasten der Gewinnentwicklung gehen. Doch zumindest im Fall von Brussels Airlines scheint dies ohne Probleme gelungen zu sein. Im Gegenteil: Die ersten neun Monate des laufenden Jahres waren die bislang stärksten in der Unternehmensgeschichte. Entsprechend bekräftigt CEO Carsten Spohr nochmals seinen eingeschlagenen Expansionskurs: „Wir haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres erneut ein Rekordergebnis erzielt. Dadurch erlangen wir die Investitions- und Wachstumsfähigkeit, die wir benötigen, um uns aktiv an der Konsolidierung des europäischen Airlinemarktes zu beteiligen und in die Zukunft unseres Unternehmens investieren zu können“.

Lufthansa-Aktie ist DER Überflieger im DAX

Die Aktie der Deutschen Lufthansa gehört bereits seit Monaten zu den absoluten Überfliegern am deutschen Aktienmarkt. Allein in den vergangenen drei Monaten konnte die Airline-Aktie um mehr als 40 Prozent zulegen. Auf Sicht von einem Jahr ging es für die Anteilsscheine der Airline sogar um mehr als 130 Prozent nach oben. Im Oktober äußerten sich bislang elf Analysten zur Aktie der Deutschen Lufthansa. Das Bild war zuletzt allerdings etwas ausgewogener. So gab es zuletzt zwar immer noch sechs Kaufempfehlungen, denen allerdings bereits 5 Empfehlungen zum „Halten“ der Aktie gegenüberstehen. Die einzige Verkaufsempfehlung aus dem Oktober kommt derzeit von JP Morgan Chase & Co. Analyst Christopher Combe hält an seinem Kursziel von 22 Euro pro Aktie fest, wie er vor gut zwei Wochen noch einmal bestätigte.
 
Erstellt am 25.10.2017 um 08:50 Uhr
Veröffentlicht am 25.10.2017 um 09:00 Uhr