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Devisenmarkt · 25.10.2017 10:39 Uhr

Vor EZB-Sitzung: Kippt die Waage?

Mann hält Euro-Symbol in der Hand
Quelle: Vadim Georgiev / Shutterstock.com
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Morgen ist es wieder soweit - die EZB tagt und alle Augen sind auf Mario Drahgi gerichtet. Und dann könnte es auch am Devisenmarkt wieder spannend werden! Quo vadis Euro?

-von Thu Lan Nguyen (Analyst FX & EM Research Commerzbank)-
Der EUR-USD-Kurs bewegte sich gestern in einer engen Handelsspanne. Das lag jedoch weniger daran, dass es an Impulsen fehlte, sondern daran, dass sich EUR-Stärke und USD-Stärke in etwa die Waage hielten. Der EUR profitierte sowohl von starken Stimmungsindikatoren als auch von Spekulationen, dass die EZB morgen doch auf der falkenhaften Seite überraschen könnte. Bisher dominierte eher die Sicht, dass die Notenbank überaus vorsichtig bei dem Ausstieg aus ihrer expansiven Geldpolitik vorgehen werde, da die Inflation aktuell noch ihr Ziel verfehlt und sie eine stärkere Aufwertung des Euro vermeiden will. Die soliden Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum haben bei einigen Marktteilnehmern offensichtlich doch noch Zweifel an dieser Sichtweise aufkommen lassen. Auf der anderen Seite wird der US-Dollar nach wie vor von Spekulationen, dass US-Präsident Donald Trump einen ausgemachten Falken zum nächsten Fed-Chair ernennen wird, gestützt. Die Nachricht gestern Abend, dass Trump bei einem Treffen mit einigen republikanischen Senatoren nach ihrem bevorzugten Kandidaten für den Posten gefragt haben soll, dürfte diesen Spekulationen zusätzlichen Rückenwind geben. Schließlich sei laut einem der anwesenden US-Senatoren, Tim Scott, US-Ökonom John Taylor, der wohl falkenhafteste Kandidat auf Trumps Short List, als Sieger aus der Umfrage hervorgegangen sein. Wir sehen damit eine gute Chance, dass sich die Waage heute in Richtung USD neigt, da sich so kurz vor der EZB-Sitzung der Appetit auf EUR-Longpositionen eher in Grenzen halten sollte.

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Erstellt / Veröffentlicht am 24.10.2017 um 10:35, Erhalten am 24.10.20187 um 9:12