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Gewinn deutlich gesteigert · 26.10.2017 09:12 Uhr

Deutsche Bank bekommt Kosten in den Griff

Außenansicht einer Filiale der Deutschen Bank
Quelle: serato/Shutterstock
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Ist das schon wieder ein zartes Pflänzchen das da heran wächst? Fakt ist: Der Umsatz bei der Deutschen Bank ging im abgelaufenen Quartal zwar weiter zurück, doch der Gewinn konnte überraschend deutlich gesteigert werden.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Die Deutsche Bank schrumpft weiter. Auch im abgelaufenen Quartal musste Deutschlands größtes Finanzinstitut einen empfindlichen Umsatzschwund hinnehmen. Aufgrund eines „weiterhin ungünstigen Markt- und Zinsumfeldes“ ging der Umsatz bei der Deutschen Bank im Vergleich zum Vorjahr um gut 10 Prozent zurück. Während die Erträge im Privat- und Firmenkundengeschäft sogar leicht zulegen konnten, hatte man zuletzt vor allem mit nachlassenden Erträgen im Investmentbanking zu kämpfen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal, das von regen Kundengeschäften nach der Brexit-Entscheidung und vor der US-Wahl geprägt war, hielten sich im abgelaufenen Quartal die Kunden spürbar zurück. Eine Zurückhaltung, die sich nicht zuletzt auch in einer sehr geringen Volatilität am Gesamtmarkt bemerkbar machte. Zudem schwächelt die Deutsche Bank weiter im Rentenhandel. Nachdem bereits einige US-Konkurrenten unter den schwierigen Bedingungen auf dem Rentenmarkt ächzten, schlug das schwierige Umfeld bei der Deutschen Bank voll durch. Die Erträge aus dem Handel mit Anleihen und Währungen ließen um ganze 36 Prozent nach.

Die Kosten im Griff

Dennoch – und das ist die gute Nachricht – konnte die Deutsche Bank den Gewinn gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum deutlich steigern. So stieg das Vorsteuerergebnis zuletzt um 51 Prozent auf nun 933 Millionen Euro. Nach Steuern hat sich der Überschuss ebenfalls mehr als verdoppelt. Dieser liegt mittlerweile bei 649 Millionen Euro. Es scheint also, als habe die Deutsche Bank mittlerweile vor allem die Kosten im Griff. Ohne eine konkrete Zahl zu nennen, heißt es in der Pressemitteilung, dass die „Kosten für Restrukturierung und Abfindungen sowie die Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten […] im Vergleich zum Vorjahr sehr viel niedriger aus“ ausgefallen sind. Vor allem konnte die Deutsche Bank zuletzt eine Reihe von Rechtsstreitigkeiten beilegen, was sich offenbar ebenfalls positiv bemerkbar macht. Insgesamt gingen die bereinigten Kosten um sechs Prozent zurück.

Cryan bleibt optimistisch

Bei der Deutschen Bank selbst, gibt man sich durchaus zufrieden mit den heute vorgelegten Zahlen. John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank: „Während das Umfeld für unsere Erträge eine Herausforderung bleibt, sind wir bei unseren wichtigen Initiativen deutlich vorangekommen – das gilt für die geplante Integration der Deutschen Bank und der Postbank in Deutschland ebenso wie für die Vorbereitung des Börsengangs der Deutschen Asset Management. Wir sind überzeugt, dass die Früchte unserer Arbeit in den kommenden Quartalen und Jahren Schritt für Schritt sichtbarer werden.“

Ist das schon die Trendwende?

Aktuell scheint es tatsächlich, als würde bei der Deutschen Bank wieder ein zartes Pflänzchen heranwachsen. Nach den Schreckensjahren und dem Kursverfall der Aktie bis auf knapp 10 Euro scheint sich das Institut mittlerweile wieder im Aufwind zu befinden. So hat die Deutsche Bank im laufenden Börsenjahr vor Steuern immerhin schon wieder 2,6 Milliarden Euro verdient. Nach Steuern betrug das Ergebnis immerhin noch 1,6 Milliarden Euro und liegt somit gut viermal so hoch als im Vorjahresvergleichszeitraum. Allerdings sollte in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden, dass die Vergleichsbasis fast schon verheerend schlecht war.
 
Erstellt am 26.10.2017 um 09:00 Uhr
Veröffentlicht am 26.10.2017 um 09:12 Uhr