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Schlusslicht im Dax · 26.10.2017 14:55 Uhr

Bayer enttäuscht mit schwachen Zahlen

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Quelle: hinterhof / Shutterstock
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Bayer steigert zwar im dritten Quartal den Gewinn um über vier Prozent. Allerdings stammt ein Großteil aus dem Covestro-Verkauf. Insgesamt läuft das Geschäft eher verhalten - auch im wichtigen Pharmageschäft.

- von Vanessa Helpert, Börse Stuttgart News Redaktion -
Im dritten Quartal hat Bayer das Betriebsergebnis um 4,1 Prozent gesteigert. Unter dem Strich verdiente der Konzern zwischen Juli und September 3,9 Milliarden Euro. Allerdings ist darin ist ein Sonderertrag von 2,8 Milliarden aus der Entkonsolidierung der Tochter Covestro enthalten.
Das margenstarke Pharmageschäft hat die Schwächen in den beiden anderen großen Konzernbereichen Consumer Health und Crop Science ausgeglichen. Doch auch das Pharmageschäft selber läuft nicht zufriedenstellend.

Cash-Cow bleibt das Pharmageschäft

Nach wie vor ist das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln stärkster Umsatztreiber: Mit dem Geschäftsbereich Pharmaceuticals erzielte Bayer einen Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro. Der Gewinn mit Produkten wie Xarelto stieg um fünf Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro.
Kopfschmerzen bereiten allerdings die rezeptfreien Arzneimittel wie z. B. Aspirin: Der Gewinn im Segment Consumer Health fiel um satte 16,5 Prozent. Gewinneinbußen hat Bayer auch in den kleineren Segmenten Pflanzenschutzmittel und Saatgut (-3,5%) sowie im Tiergesundheitsgeschäft (-9%) zu verzeichnen.
Die Bayer-Aktien verloren bereits zum Handelsauftakt deutlich und gaben weiter nach. Sie sind Schlusslicht im Dax.
Experten und Anleger stufen das dritte Quartal operativ als schwach ein. Selbst das Pharmageschäft hat enttäuscht.

Kontrollabgabe bei Covestro – Fusion mit Monsanto

Die Ablösung von Covestro wurde im dritten Quartal weitergeführt. Im September 2017 hat die Bayer AG weitere 16,3 % der Aktien der Covestro AG verkauft und daraus insgesamt rund 2,2 Mrd.€ erlöst. Bayer hält jetzt nur noch 24,6 Prozent an Covestro und hat faktisch die Kontrolle über Covestro aufgegeben.
Nach der Kontrollabgabe bei Covestro steht jetzt die Rekordübernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto an: Für die Fusion benötigt Bayer die Genehmigung der Kartellbehörden.
In diesem Zusammenhang wird Bayer einen Teil der Crop-Science-Geschäfte für rund 6 Milliarden Euro an die BASF verkaufen. Der Vertrag wurde bereits Mitte Oktober unterzeichnet.
Überschattet wird die Übernahme nach wie vor von dem Streit um eine weitere Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat.
 
– Verfasst am 26.10.2017 um 14:30 Uhr –
– Veröffentlicht am 26.10.2017 um 14:55 Uhr –