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Gastbeitrag von Ellwanger & Geiger · 03.11.2017 10:05 Uhr

Spiel’s noch einmal, Mario!

Mario Draghi
Quelle: miqu77/Shutterstock
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Er hat es wieder geschafft. Der EZB-Präsident Mario Draghi hat die Finanzmärkte glücklich gemacht. Er hat das Spiel des offenen Geldhahns noch einmal angestimmt.

Zwar wird die EZB ihre monatlichen Anleihekäufe auf 30 Mrd. Euro halbieren. Sie wird diese jedoch bis mindestens September 2018 und „erforderlichenfalls darüber hinaus“ weiterführen. Was also Zinserhöhungen angeht, kann man sich an ein weiteres Zitat des berühmten Films, welcher in einer berühmten Stadt in Nordafrika spielt, anlehnen: „Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber bald und dann für den Rest Deines Lebens.“ Streiten kann man noch, ob dieses Zitat im Sinne von dauerhaften Minuszinsen oder für einen steigenden Zins zu interpretieren ist. Auf absehbare Zeit steht jedenfalls keine Leitzinserhöhung der EZB in Europa an. Dabei stehen alle konjunkturellen Wachstumsampeln auf Grün. Die Kreditvergabe im Euroraum zieht an, ein ausgewiesenes Ziel der EZB-Geldpolitik, und die BIP-Wachstumserwartungen wurden von Expertenseite von bisher 1,90 % auf 2,2 % im Euroraum angehoben. In Deutschland gab es seit der Wiedervereinigung noch nie so viele Beschäftigungsverhältnisse wie in diesen Tagen. Und nicht nur das US-BIP wächst ungeachtet der Hurrikan-Belastungen mit unerwartet hohen 3,0 %, sondern auch die Weltwirtschaft wird durch eine deutliche Ausweitung des Welthandels bis über 2018 hinaus Wachstum oberhalb der bisherigen Analystenschätzungen zeigen. Nicht zuletzt zeigen die sehr hoch bewerteten Tech-Giganten in den USA, warum sie diese hohen Bewertungen verdienen. Weil sie nämlich extrem starke Gewinnzahlen ausweisen, die diese hohen Bewertungen wieder auf Normalmaß stutzen.