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Naturkatastrophen belasten die Bilanz · 06.11.2017 09:53 Uhr

Bei Warren Buffett bricht der Gewinn ein

Warren Buffett
Quelle: aradaphotography / Shutterstock
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Die Wirbelstürme und das Erdbeben in Mexiko haben den Gewinn bei Berkshire Hathaway im abgelaufenen Quartal einbrechen lassen. Trotzdem steigen die Geldreserven und viele fragen sich – was wird der nächste Deal des Starinvestors?

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Die Wirbelstürme Harvey, Irma und Maria und das verheerende Erdbeben in Mexiko hinterließen auch in der Quartalsbilanz von Berkshire Hathaway tiefe Spuren. Im Vergleich zum Vorjahreswert fiel der Überschuss um 43 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar, wie die Beteiligungsgesellschaft von Star-Investor Warren Buffett am Freitag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der operative Gewinn sank um 29 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar.
Das Versicherungsgeschäft schlug mit einem operatives Minus von 1,4 Milliarden Dollar zu Buche. Im Vorjahrszeitraum hatte die Sparte, zu der beispielsweise der Rückversicherer Gen Re und der Autoversicherer Geico gehören, noch 272 Millionen Dollar zum Gewinn beigesteuert.

Barreserven steigen weiter an

Trotz durchwachsener Zahlen steigt die Barreserve bei der Investmentfirma weiter an. Im Berichtszeitraum hat die Gesellschaft des Starinvestors erstmals mehr als 100 Milliarden Dollar auf der hohen Kante. Denn Berkshire Hathaway zahlt keine Dividende und kauft nur selten eigene Aktien zurück.
Warren Buffett selbst bevorzugt einen viel geringeren Liquiditätspuffer. Dem entsprechend warten nun alle gespannt, welche neuen Deals der Starinvestor einfädelt.
Im vergangenen Monat kündigte Berkshire Hathaway den Einstieg bei der Raststättenkette Flying J an, wo Buffetts Anteil bis im Jahr 2023 auf 80 Prozent steigen soll. Im Rennen um den insolventen US-Stromnetzbetreiber Oncor hatte Buffett im Sommer eine seiner wenigen Niederlagen erlitten und am Ende darauf verzichtet, den Konkurrent Sempra Energy zu übertrumpfen.

Firmenzukäufe in Deutschland erwünscht

Auf der Suche nach neuen Deals hat Buffett auch den Standort Deutschland im Visier. "Deutschland ist für ihn strategisch ganz wichtig", sagte seine deutsche Beraterin Zypora Kupferberg vor wenigen Monaten.
Zum Imperium von Warren Buffett gehören rund 90 Firmen, darunter Versicherer, Einzelhändler und Autohäuser, Zeitungen und eine Frachteisenbahn. Aktienpakete an Apple, Coca-Cola, Goldman Sachs und Kraft Heinz sind ebenso Bestandteil seines Konglomerats.
Die Aktie von Herkshire Hathaway ist mit Abstand die teuerste Aktie weltweit und hat Investoren in den vergangenen 10 Jahren durchschnittlich 7,3 Prozent Wertzuwachs beschert.