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Modelloffensive belastet den Gewinn · 07.11.2017 08:51 Uhr

BMW wächst, kämpft aber mit den Kosten

BMW-Logo auf einer Kühlerhaube
Quelle: Hadrian/Shutterstock
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BMW hat im vergangenen Quartal deutlich mehr Fahrzeuge ausgeliefert, als im Vorjahresvergleichszeitraum. Die Gewinne gehen trotzdem leicht zurück. Allerdings wurde dieser Rückgang offenbar erwartet.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Es sind die ersten kleineren Bremsspuren die BMW im laufenden Jahr hinnehmen muss. Zwar verkauften die Bayern in den vergangenen drei Monaten noch einmal gut 7.000 Fahrzeuge mehr als vorher, womit mal wieder die Marke von 590.000 Fahrzeugen geknackt wurde.
Doch trotz des anhaltenden Wachstums können diesmal die Gewinne nicht ganz mithalten. Das Ergebnis vor Steuern brach um fast sechs Prozent ein und lag zuletzt bei 2,42 Milliarden Euro. Das EBIT sank um drei Prozent und liegt bei 2,3 Milliarden Euro.
Entsprechend gab auch, wenig verwunderlich, die EBIT-Marge leicht nach und liegt nun mit 8,3 Prozent gut 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau.

Gewinnrückgang überrascht nicht wirklich

Der Gewinnrückgang trotz halbwegs stabiler Umsätze kommt jedoch nicht unbedingt überraschend, wenngleich Analysten im Vorfeld bei Umsatz und Gewinn doch etwas mehr erwartet hatten.
BMW ist jedoch dabei die größte Modelloffensive der Firmengeschichte auszurollen. Allein bis Ende des kommenden Jahres will BMW gleich 40 Neuheiten und Facelifts in den Markt drücken, um dem Führungsanspruch im Luxus-Segment für Automobile gerecht zu werden.
Eine solche Offensive ist jedoch nicht ganz billig. So stiegen Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten gegenüber den ersten drei Quartalen 2016 um 212 Millionen Euro auf nun 5,56 Milliarden Euro. Insbesondere die Kosten für Personal, Marketing und IT-Projekte sind nach Konzernangaben deutlich gestiegen.

Neuer Absatzrekord bei E-Fahrzeugen

Fast schon etwas unbemerkt, erzielte BMW erneut Bestzahlen beim Verkauf von elektrifizierten Autos.
In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurden 69.678 Fahrzeuge der Modellreihen BMW i, BMW iPerformance und MINI ELECTRIC abgesetzt. Das entspricht einer satten Steigerung von mehr als 64 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

BMW sieht sich im Soll

Abgesehen vom jüngsten Quartal lief es im bisherigen Jahresverlauf für BMW gar nicht mal so schlecht. Auf Sicht der vergangenen neun Monate steigerte der Automobilhersteller den Absatz um 3,7 Prozent und erzielte mit fast 1,75 Millionen verkauften Fahrzeugen, nach eigenen Angaben, eine neue Bestmarke.
Auf das laufende Geschäftsjahr kumuliert, stieg zudem der Konzernumsatzerlös (fast 72,7 Milliarden Euro) um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz einer „herausfordernden Wettbewerbssituation sowie planmäßig gestiegenen Kosten und Vorleistungen für Forschung und Entwicklung“ konnte auch das EBIT deutlich gesteigert werden. Das Ergebnis vor Steuern verzeichnete ebenfalls ein solides Plus und konnte um fast zehn Prozent auf nun 8,48 Milliarden Euro gesteigert werden.
 
Erstellt am 07.11.2017 um 08:40 Uhr
Veröffentlicht am 07.11.2017 um 08:50 Uhr