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Gewinn steigt deutlich · 08.11.2017 10:16 Uhr

Eon meldet sich zurück

Kraftwerk bei Nacht
Quelle: David T. Stephenson/Shutterstock
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Die Talsohle scheint bei Eon endgültig durchschritten. Der Versorger verdient wieder Milliarden, was schlussendlich auch die Aktionäre freuen dürfte. Im kommenden Jahr soll die Dividende wieder ordentlich steigen.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Die Neuausrichtung der Energiekonzerns Eon macht weitere Fortschritte. Der bereinigte Konzernüberschuss stieg in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf rund 965 Millionen Euro und legte damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um gut 50 Prozent zu. Das bereinigte EBIT nach drei Quartalen liegt mit rund 2,1 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert, aber immer noch im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Die Jahresprognose konnte vor dem Hintergrund des erfreulichen Geschäftsverlaufes ebenfalls bestätigt werden. So erwartet Eon für das laufende Jahr weiterhin ein bereinigtes Konzern-EBIT im Bereich von 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro. Beim bereinigten Konzernüberschuss rechnet E.ON für das Jahr 2017 unverändert mit 1,20 bis 1,45 Milliarden Euro.

Aktionäre haben Grund zur Freude

Von der Renaissance bei Eon sollen nun auch wieder die Aktionäre profitieren. Bereits im August, im Rahmen der Bilanzpräsentation für das erste Halbjahr, kündigte Eon an, „den Spielraum aufgrund der Stärkung der Bilanz und des Cashflow zu nutzen, um die Ausschüttungsquote von bisher 50-60 Prozent auf mindestens 65 Prozent ab dem Geschäftsjahr 2018 anzuheben und in Wachstum zu investieren“. Dennoch sieht man sich bei Eon noch lange nicht am Ziel. Finanzvorstand Marc Spieker: „Derzeit arbeiten wir intensiv an einer Strategie für zukünftiges Wachstum. Detaillierte Ziele, wo und wie E.ON in den nächsten Jahren wachsen kann, sowie eine Konkretisierung der Dividendenpolitik werden wir bis zum Frühjahr 2018 erarbeiten und diese mit der Vorlage der Zahlen für 2017 vorstellen.“

Eon profitiert von Sondereffekt

Zudem scheint Eon die Kostenseite wieder fester im Griff zu haben. Zuletzt sank die Nettoverschuldung des Konzerns um 6,5 Milliarden Euro auf nun 19,7 Milliarden Euro. Das Eigenkapital konnte ebenfalls verbessert werden und liegt mittlerweile wieder bei 6,2 Milliarden Euro. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass Eon in diesem Sommer nicht zuletzt von einem Einmaleffekt profitierte. So musste der Bund, nach einer für Eon erfolgreichen Klage vor dem Bundesverfassungsgericht, die in den Jahren 2011 bis 2016 bezahlte Brennelementesteuer zurückerstatten. Insgesamt wurden so rund drei Milliarden Euro fällig.

Was wird aus Uniper?

Für kommendes Jahr gibt es jedoch schon wieder die Hoffnung auf einen weiteren Einmaleffekt. Der finnische Energiekonzern Fortum hat ein Angebot für Uniper abgegeben und bietet 22 Euro pro Anteilsschein. Eon hatte Uniper erst vor gut einem Jahr an die Börse gebracht und hält aktuell noch etwas mehr als 46 Prozent der Anteile. Und Eon-Chef Teyssen will verkaufen, so viel scheint sicher. Die Frage ist nur zu welchem Preis? Das Angebot der Finnen liegt aktuell noch deutlich unter dem aktuellen Börsenwert der Uniper-Aktie. Und trotzdem wäre es für Eon auch auf dem aktuellen Niveau ein einträgliches Geschäft. Schließlich ging die Uniper-Aktie mit Kursen von rund 10 Euro an den Start.
 
Erstellt am 08.11.2017 um 10:10 Uhr
Veröffentlicht am 08.11.2017 um 10:15 Uhr