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Joe Kaeser sieht „viel Arbeit“ vor sich · 09.11.2017 09:00 Uhr

Siemens steigert Umsatz und Gewinn

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Quelle: Vladi333/Shutterstock
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Heute Morgen hat Siemens seine Jahresbilanz vorgelegt. Aus Sicht des Konzerns geht somit ein „weiteres herausragendes Jahr“ zu Ende. Für das kommende Jahr gibt sich Siemens (noch) etwas zurückhaltend.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Siemens legt auch in diesem Jahr die Latte noch einmal höher. Wie der DAX-Konzern heute mitteilte stiegen die Umsatzerlöse um vier Prozent auf nun 83,0 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern erhöhte sich zuletzt um 11 Prozent auf nun 6,2 Milliarden Euro. Das unverwässerte Ergebnis pro Anteilsschein lag mit 7,44 Euro pro Aktie im anvisierten Zielbereich. Hoch zufrieden mit dem vorgelegten Zahlenwerk zeigt sich Joe Kaeser, Vorsitzendes des Vorstandes der Siemens AG: „Unser globales Team hat im Geschäftsjahr 2017 hervorragende Ergebnisse erzielt, die sogar über dem historischen Erfolg des letzten Jahres liegen. Die meisten Geschäfte sind so stark wie nie und für das digitale Zeitalter bestens gerüstet. Dennoch haben wir in einzelnen Geschäften strukturelle Aufgaben zu bewältigen. Für das Geschäftsjahr 2018 liegt sehr viel Arbeit vor uns. Wir werden unsere Chancen im Markt nutzen und Herausforderungen umsichtig, verantwortungsvoll und konsequent angehen“. Grund zur Freude haben auch die Aktionäre: Die Dividende soll um zehn Cent auf dann 3,70 Euro pro Anteilsschein angehoben werden.

Dividende soll steigen

Für das kommende Geschäftsjahr gibt man sich bei Siemens jedoch allenfalls moderat optimistisch: „Mit Blick auf unser Marktumfeld im Geschäftsjahr 2018 erwarten wir ein gemischtes Bild, das von starken Märkten für unsere kurzzyklischen Geschäfte bis hin zu belastenden Entwicklungen in unseren Märkten für Stromerzeugung reicht. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, die möglicherweise die Investitionsneigung bremsen.“ Insofern erwartet Siemens für das kommende Jahr nur ein sehr moderates Umsatzwachstum gegenüber dem zurückliegenden Geschäftsjahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie soll in etwa auf dem aktuellen Niveau bleiben, weshalb Siemens von einer Bandbreite zwischen 7,20 Euro und 7,70 Euro rechnet. Die Ergebnismarge soll ebenfalls stabil bei 11,0 bis 12,0 Prozent gehalten werden.

Streicht Siemens tausende Stellen?

Dabei dürfte vor allem das Halten der Ergebnismarge vielleicht die größte Herausforderung für Siemens darstellen. Beim genaueren Blick in die Zahlen wird deutlich, dass Siemens bereits im abgelaufenen Quartal mit Schwierigkeiten im industriellen Geschäft zu kämpfen hatte. Das Ergebnis in diesem Segment ging für Beobachter überraschend stark, um zehn Prozent, zurück. In der Sparte „Power & Gas“ brach das Ergebnis sogar um satte 40 Prozent ein. Due Ausblick macht ebenfalls wenig Hoffnung: Die Rendite in diesem Segment lag im vierten Quartal gerade noch bei 8,3 Prozent. Nun hat ein Konzern in einem solchen Fall eigentlich nur zwei Möglichkeiten um die Marge wieder auf das gewünschte Niveau zu heben. Entweder man kurbelt das Geschäft wieder spürbar an, was jedoch angesichts nachlassender Auftragseingänge schwierig werden dürfte. Im laufenden Geschäftsjahr ging die Nachfrage um mehr als 30 Prozent zurück. Oder aber man dreht an den Kosten. Und genau das, dürfte Siemens laut Beobachtern in den kommenden Monaten planen. Laut Branchenkreisen will Siemens wegen starker Überkapazitäten in einem von mehreren Szenarien 3000 bis 4000 Stellen in der Kraftwerkssparte streichen. Konkrete Pläne sollen in den kommenden Wochen vorgelegt werden.
 
Erstellt am 09.11.2017 um 08:50 Uhr
Veröffentlicht am 09.11.2017 um 09:00 Uhr