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Naturkatastrophen belasten Bilanz · 10.11.2017 09:16 Uhr

Allianz passt Prognose an

Logo der Allianz auf einem Bürogebäude
Quelle: Ken Wolter/Shutterstock
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Naturkatastrophen- vor allem in Nordamerika – haben der Allianz im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang eingebrockt. Nun versucht der Versicherer seine Aktionäre durch einen Aktienrückkauf bei Laune zu halten.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Es war kein einfaches Quartal für die Allianz. Nicht nur die zahlreichen Naturkatastrophen in Nordamerika haben die Bilanz spürbar vermiest, sondern auch der Bereich Lebens- und Krankenversicherung schnitt zuletzt deutlich schlechter ab, als im Vorjahresvergleichszeitraum. Das operative Konzernergebnis fiel im vergangenen Quartal um ganze 17 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Der Nettogewinn sank um ebenfalls 17 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Während das operative Ergebnis sogar leicht über den Erwartungen von Analysten lag, wurde die Prognose beim Nettogewinn doch deutlich verfehlt. Der Konzernumsatz legte in den Monaten Juli bis September jedoch leicht zu, und liegt bei 29,3 Milliarden Euro 2,1 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Schadenskosten belaufen sich auf 529 Millionen Euro

Ein wesentlicher Grund für den Gewinnrückgang waren die bereits erwähnten Naturkatastrophen durch die Hurrikane in Nordamerika sowie den Erdbeben in Mexiko. Das operative Ergebnis im Schaden-Unfall-Geschäft sank nicht zuletzt aufgrund dieser Ereignisse um 28 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro. Die Schadenskosten beziffert die Allianz auf 529 Millionen Euro. Die Schande-Kosten-Quote erhöhte sich in diesem Zusammenhang um 3,4 Prozentpunkte auf nun 96,6 Prozent. Bei der Allianz selbst, gibt man sich trotz der Zahlen erstaunlich zufrieden: „Der Geschäftsbereich Schaden-und Unfallversicherung hat sich in diesem Quartal nach einer Reihe von Orkanen, Stürmen und anderen Ereignissen sehr gut behauptet. Naturkatastrophen haben Schäden in Höhe von 529 Millionen Euro verursacht. Dieser relativ niedrige Betrag ist ein Beleg für die Kompetenz der Gruppe im Underwriting und Risikomanagement“, so Dieter Wemmer, Finanzvorstand der Allianz SE. Das Ziel, bis 2018 eine Schaden-Kosten-Quote von 94 Prozent zu erreichen, bleibt unangetastet.

"Leben-Geschäft" schwächelt

Doch nicht allein die zahlreichen Naturkatastrophen in Nord- und Mittelamerika machten der Allianz zu schaffen. Auch im „Leben-Geschäft“ verbuchte der DAX-Konzern einen Rückgang des operativen Ergebnisses von rund 10 Prozent. Den Rückgang führt CFO Wemmer insbesondere auf weiter nachlassende Marge aus Kapitalanlagen zurück. Auch der Versicherer kämpft seit Jahren mit den Folgen der EZB-Nullzinspolitik.

Asset Management trotzt schwierigem Marktumfeld

Trotz dieser anhaltenden Nullzinspolitik zeigte sich das Asset Management der Allianz zuletzt erstaunlich robust. Zwar kämpften Allianz Global Investors und der Vermögensverwalter Pimco mit einem weiterhin schwierigen Marktumfeld, doch ein Rückgang des operativen Gewinns um 2,7 Prozent erscheint durchaus noch verkraftbar. Besonders erfreulich für die Allianz sind die vergleichsweise hohen Nettomittelzuflüsse in Höhe von 32 Milliarden Euro. Dieter Wemmer: „Der Geschäftsbereich Asset Management hat die 100-Milliarden-Euro-Marke für Nettomittelzuflüsse Dritter bereits in den ersten neun Monaten des Jahres überschritten. Das ist eine bemerkenswerte Leistung! Die herausragenden Anlageergebnisse unserer aktiv verwalteten Fonds sind der Hauptgrund für diese starken Zuflüsse“.

Ausblick wird moderat nach unten korrigiert

Beim Ausblick für das laufende Geschäftsjahr wird die Allianz dennoch wieder etwas vorsichtiger. Mittlerweile geht der Versicherer davon aus, die obere Hälfte der Zielspanne von 10,8 Milliarden Euro, plus oder minus 500 Millionen Euro, zu erreichen. Nach sehr erfreulichen Zahlen zum zweiten Quartal stellt die die Allianz noch in Aussicht, das obere Ende der Zielspanne erreichen zu können. Wenngleich die jüngsten Zahlen nicht unbedingt erfreulich ausgefallen sind, sitzt die Allianz immer noch auf einem vergleichsweise komfortablen Kapitalpolster. Dieses ermöglicht dem Versicherer ein weiteres Aktienrückkaufprogramm zu starten. Das Programm soll diesmal bis zu zwei Milliarden Euro umfassen und in der ersten Jahreshälfte 2018 umgesetzt werden. Für Aktionäre ein durchaus gern gesehenes Trostpflaster.
 
Erstellt am 10.11.2017 um 09:05 Uhr
Veröffentlicht am 10.11.2017 um 09:16 Uhr