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Konsumgüterhersteller wächst moderat · 14.11.2017 08:55 Uhr

Henkel: Unspektakulär, aber solide

Waschmittel Persil
Quelle: Tang Yan Song/Shutterstock
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Der Konsumgüterhersteller Henkel hat im abgelaufenen Quartal den Umsatz und den operativen Gewinn gesteigert. Die Prognose für das laufende Jahr wurde leicht nach oben angepasst.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Henkel wächst weiterhin moderat, aber solide. Was der Konsumgüterhersteller heute Morgen präsentierte ist nicht unbedingt geeignet Anleger in Euphorie ausbrechen zu lassen. Doch Grundsolide sind die Zahlen allemal – wenngleich leicht unterhalb der Erwartungen von Analysten. So stieg der Umsatz im Zeitraum Juli bis September um 4,9 Prozent auf gut fünf Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT stieg um 7,1 Prozent auf nun fast 900 Millionen Euro. Die im Vorfeld von Factset befragten Analysten hatten im Schnitt ein bereinigtes EBIT von 904 Millionen Euro und einen Umsatz von 5,08 Milliarden Euro erwartet.

Konsolidierung und aktives Kostenmanagement trägt Früchte

Henkel profitierte zuletzt von einem straffen Kostenmanagement, der erfolgreichen Konsolidierung diverser Akquisitionen und einer sehr regen Nachfrage im Bereich „Adhesive Technologies“ (v.a. Klebstoffe). Unter den Erwartungen entwickelte sich zuletzt die Sparte „Beauty Care“. In diesem Bereich vertreibt Henkel Produkte der Marken Schwarzkopf, Syoss, Fa, Schauma oder auch Taft. Der Quartalsumsatz profitierte jedoch auch von der erfolgreichen Konsolidierung mehrerer Akquisitionen. Besonders hervorzuheben ist dabei die Konsolidierung von Sun Products. Zwar kaufte Henkel bereits im Juni 2016 den US-Konkurrenten für 3,6 Milliarden US-Dollar, doch die Akquisition wurde im Vorjahresquartal noch nicht vollständig berücksichtigt. Neben Sun Products wurden im dritten Quartal erstmals Darex Packaging Technologies und die Sonderhoff-Gruppe im Bereich Adhesive Technologies konsolidiert sowie das mexikanische Haarpflegeunternehmen Nattura Laboratorios im Bereich Beauty Care.

Jahresprognose wird angehoben

Angesichts der soliden Zahlen konnte Henkel nun auch die Jahresprognose leicht nach oben anpassen. Für das laufende Jahr rechnet der DAX-Konzern nun mit einem bereinigten Gewinn je Vorzugsaktie von 9,0 Prozent. Somit bewegt sich Henkel mittlerweile am oberen Ende der bislang anvisierten Prognose von 7,0 bis 9,0 Prozent.

Aktie hinkt Gesamtmarkt hinterher

Die Aktie von Henkel hat sich in den vergangenen Monaten zwar durchaus solide entwickelt, doch mit einer aktuell positiven Jahresperformance von knapp zehn Prozent, hinkt der Konsumgüterhersteller doch recht deutlich der Entwicklung am Gesamtmarkt hinterher. Eher verhalten bewerten auch Analysten derzeit den weiteren Ausblick für die Aktie von Henkel. Von insgesamt 24 Analysten rät knapp die Hälfte die Anteilsscheine derzeit zu „halten“. Kursfantasie sieht, zumindest auch Analystenseite, definitiv anders aus. Doch immerhin neun Experten raten die Aktie derzeit zu „kaufen“. Das ambitionierteste Kursziel kommt von Société-Analyst Lain Simpson mit einem Kursziel von 149 Euro.