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Interview mit Thomas Metzger · 16.11.2017 16:47 Uhr

Vermögensverwaltende Fonds liegen im Trend

Würfel mit der Aufschrift FUNDS
Quelle: I AM CONTRIBUTOR/Shutterstock
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Vermögensverwaltende Fonds erfreuen sich schon seit Jahren bei Anlegern großer Beliebtheit. Wir haben mit Thomas Metzger, Fondsmanager und Leiter Asset Management beim Bankhaus Bauer über die flexiblen „Alleskönner“ gesprochen.

Börse Stuttgart: Herr Metzger, erklären Sie doch zunächst einmal, was genau vermögensverwaltende Fonds eigentlich sind?
Eine allgemeingültig Definition für vermögensverwaltende Fonds zu finden ist sicher schwierig.
Viele Produktanbieter bezeichnen ihre Lösungen bspw. auch als Multi-Asset-Fonds oder Mischfonds. Vielen dieser Fonds ist gemeinsam, dass sie sich an keine Benchmark also einen Vergleichsindex klammern und flexibel in mindestens drei unterschiedliche Anlagekategorien investieren und dabei den Erhalt des Kapitals als wichtigen Faktor der Investmentphilosophie betrachten.
 
Was sind die Vorteile solcher Anlagevehikel im Gegensatz zu herkömmlichen Fonds?
Das aktivere Management spielt hier eine große Rolle. Vermögensverwaltende Fonds können die Gewichtung der Anlagekategorien freier wählen als herkömmliche Produkte und somit das Portfolio je nach Marktlage anpassen. Hinzu kommt, dass der Fondsmanager auch unterschiedliche Investmentstrategien, Produkte und Investmentstile mischen kann.
 
Was sollte man bei der Auswahl beachten?
Durch die teilweise extremen Freiheiten und unterschiedlichen Investmentstile sind Vermögensveraltende Fonds mitunter nur schwer miteinander zu vergleichen. Die historische Wertentwicklung ist deshalb nur ein Kriterium, auf das Anleger achten sollten. Wichtig ist vor allem, sich mit der Strategie und aktuellen Positionierung des Fonds intensiv vertraut zu machen.
 
Sie verantworten als Leiter der Asset Managements auch die Steuerung eines vermögensverwaltenden Fonds in Ihrem Haus. Wie sind Sie im Moment positioniert?
Grundsätzlich versuchen wir in dem von Ihnen erwähnten Fonds die unserer Meinung nach interessantesten Ideen unseres Teams in einem Portfolio zu kombinieren. Im Grunde erhält der Investor sozusagen eine Zusammenstellung unserer Kernkompetenzen welche neben der grundsätzlichen Einschätzung der unterschiedlichen Asset Klassen und deren Gewichtung – einem sogenannten global macro top-down-Ansatz – z.B. auch die Auswahl von Aktien-Einzeltiteln umfasst. Derzeit bilden Aktien den Kern des Portfolios. Die vorsichtige Ausrichtung der EZB im Hinblick auf die weitere Vorgehensweise was die Anleihekäufe der Notenbank angeht, gute Makro-Daten wie bspw. zum BIP-Wachstum im 3. Quartal der USA und Europa sowie positive Umfragen unter Verbrauchern und Einkaufsmanagern und eine sehr gut gelaufene Berichtssaison der Unternehmen zum abgelaufenen Quartal, in Kombination mit der charttechnisch interessanten Konstellation einiger Indizes, sollten Aktien unterstützen. Die aktuellen Kursrückgänge beurteile ich daher eher als Verschnaufpause verursacht vor allem durch Gewinnmitnahmen. Der übergeordnete Trend ist weiterhin intakt.
…wie beurteilen Sie die Situation im Rentenbereich?
Vor dem Hintergrund niedriger Renditen und möglicher Risiken durch ein steigendes Zinsniveau – wir gehen davon aus, dass die amerikanische Notenbank Fed die Leitzinsen dieses Jahr noch einmal erhöhen wird und rechnen auf mittelfristige Sicht auch bei Bundespapieren mit einer Parallelverschiebung der Renditestrukturkurve nach oben, was vor allem länger laufende Anleihen belasten würde – versuchen wir grundsätzlich im Bond-Segment die Duration niedrig zu halten oder ganz auf alternative Asset Klassen auszuweichen, wenn möglich. So liegt bspw. die Quote klassischer Renten- bzw. Rentenfondsinvestments im Fonds derzeit bei ca. 15%, wobei wir diesen Anteil bereits seit mehr als 12 Monaten recht konstant halten.
 

Thomas Metzger, Fondsmanager und Leiter Asset Management beim Bankhaus Bauer