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US-Regierung klagt gegen Übernahme · 21.11.2017 09:17 Uhr

Platzt Mega-Fusion zwischen AT&T und Time Warner?

HBO Programm
Quelle: Casimiro PT / Shutterstock
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Eigentlich steht in der Medienbranche mit dem Zusammenschluss von AT&T und Time Warner eine Mega-Fusion an. Wäre da nicht die US-Regierung, die den Deal verhindern möchte. Welche Rolle spielt US-Präsident Donald Trump?

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Der Zusammenschluss des Telekomriesen AT&T und dem Medienkonzern scheint erst einmal ausgebremst, denn das US-Justizministerium reichte Klage gegen die beabsichtigte Fusion vor einem Bundesgericht in Washington ein. "Die geplante 108-Milliarden-Dollar Übernahme würde den Wettbewerb deutlich verkleinern und im Ergebnis zu höheren Preisen und weniger Innovation für Millionen Amerikaner führen", so die Begründung.
Bereits im vergangenen Jahr hatten die beiden Unternehmen ihre Absicht zum Zusammenschluss verkündet. Der Deal zwischen AT&T und Time Warner sollte ursprünglich bis Ende des Jahres 2017 abgeschlossen werden.

Halten die Behauptungen vor Gericht stand?

Trotz der Klage ist für AT&T die Übernahme aber noch nicht vom Tisch. AT&T-Chefanwalt David McAtee zeigte sich zuversichtlich, dass das Gericht die "Behauptungen" der Regierung zurückweisen werde. Die Aktien beider US-Konzerne reagierten am Montagabend unterschiedlich auf die Meldungen. Während AT&T-Papiere leicht zulegten, musste Time Warner Federn lassen.

Hat Trump seine Finger im Spiel?

Pikantes Detail: Zu Time Warner gehört der Sender CNN. Und der hatte sich zuletzt überwiegend kritisch über den US-Präsidenten geäußert, was Trump natürlich nicht auf sich sitzen ließ und CNN u.a. als „fake news“ bezeichnete. Laut der Nachrichtenagentur "Bloomberg" wolle die Regierung die Übernahme nur unter der Auflage gestatten, dass sich Time Warner von CNN trennt.
Auch Trumps Freund und Unterstützer Rupert Murdoch scheint der Zusammenschluss ein Dorn im Auge zu sein. Denn die Unternehmensgruppe 21st Century Fox des Medienzaren konkurriert mit Time Warner auf mehreren Gebieten, unter anderem auch bei Hollywood-Film- und Fernsehproduktion, sowie deren Weiterverwertung.
Es ist das erste Mal, dass sich eine US-Regierung einem solchen Deal in den Weg stellt. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hatte 2011 einen Deal ähnlicher Größe noch gestattet. Damals hatte der Kabelnetzbetreiber Comcast das Medienunternehmen NBCUniversal geschluckt.