Nachrichten

Restaurantkette im Wachstumsmodus · 21.11.2017 09:29 Uhr

Vapiano: Das Zahlenwerk schmeckt den Anlegern

Vapiano Restaurant
Quelle: Bjoern Wylezich / Shtutterstock
Beitrag teilen
Das noch junge Börsenmitglied Vapiano kann mit seinen Zahlen für das dritte Quartal überzeugen. Die Restaurantkette bleibt weiter auf Wachstumskurs, was offenbar auch die Anleger erfreut.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
Das schmeckt den Aktionären! Wie Vapiano heute Morgen mitteilte, stieg der Umsatz im abgelaufenen Quartal auf 82,3 Millionen Euro. Das sind immerhin mehr als 31 Prozent mehr, als im Vorjahresvergleichszeitraum. Während die Restaurantkette in Deutschland eher moderat gewachsen ist, scheint insbesondere die Expansion im europäischen Raum weitere Früchte zu tragen. Erstmals in der Geschichte des Unternehmens erzielte Vapiano im europäischen Ausland einen höheren Umsatz als im deutschen Heimatmarkt. Der erzielte Umsatz von 39 Millionen liegt hier fast 75 Prozent über dem Vorjahresniveau. Maßgeblich für den Erfolg waren laut Vapiano Restauranteröffnungen und Akquisitionen in Frankreich und Schweden, die dazu geführt haben, dass die Restaurantkette beide Teilkonzerne mittlerweile vollkonsolidiert. Laut Pressemitteilung wurde der Teilkonzern Frankreich vorher „at equity“ in den Konzernabschluss einbezogen, die Restaurants in Schweden wurden jedoch von externen Franchise-Partnern betrieben.

Wachstum teuer erkauft

Allerdings wurde das Wachstum teuer erkauft. Unter dem Strich weist die Restaurantkette erneut einen Verlust aus. Joch Halfmann, Vorstandsvorsitzender von Vapiano: „Als Wachstumsunternehmen schultert VAPIANO hohe Kosten aufgrund der zahlreichen Restaurant-Neueröffnungen. Zudem fielen in 2017 hohe nicht-operative Einmaleffekte, bedingt durch den Börsengang, an.“ In harten Zahlen heißt das, dass der auf die Aktionäre entfallende Verlust bei 3,2 Millionen Euro liegt. Das Ergebnis pro Aktie sinkt entsprechend auf minus 0,11 Euro, nach 0,29 Euro im Vorjahr. Trotz der Kosten für den jüngsten IPO hat sich dieser für Vapiano offenbar gelohnt. Wie der Konzern mitteilt, wurden die eingenommenen Mittel im dritten Quartal teilweise zur Rückführung der Fremdfinanzierung sowie der Tilgung von Aktionärsdarlehen verwendet. Die Nettoverschuldung von Vapiano ging im Vergleich zum 31. Dezember 2016 von 131,4 Millionen Euro auf nun 90,4 Millionen Euro zurück.

Jahresziele werden bestätigt

An den Jahreszielen will Vapiano weiter festhalten. So erwartet das Unternehmen für das laufende Jahr weiterhin einen Konzernumsatz zwischen 315 und 335 Millionen Euro. Das flächenbereinigte Wachstum kann sogar leicht nach oben korrigiert werden, weshalb man mittlerweile mit einem Plus von vier bis fünf Prozent rechnet. Das bereinigte EBITDA, soll ebenfalls konstant gehalten werden, weshalb man bei Vapiano weiterhin mit einem Zielkorridor von 38 bis 40 Millionen Euro rechnet.

Aktie notiert unter Ausgabekurs

Die Anteilsscheine können heute Vormittag im Zuge der Zahlen deutlich zulegen und notieren an der Börse Stuttgart mit mehr als 3,6 Prozent im Plus. Für Anleger sind das endlich mal wieder erfreuliche Neuigkeiten, da sie mit der Aktie zuletzt nicht besonders viel Freude hatten. Auf Monatssicht kommen die Anteilsscheine auf ein Minus von mehr als 15 Prozent, was eine doch sehr deutliche Underperformance zum Gesamtmarkt darstellt. Doch auch mit dem heutigen Kursplus notiert die Aktie von Vapiano noch immer empfindlich unterhalb des Ausgabekurses von 23 Euro.