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Bankhaus Metzler optimistisch · 01.12.2017 09:37 Uhr

Ausblick: Auch 2018 wird ein Aktienjahr

Wegweiser mit der Aufschrift
Quelle: asiandelight/Shutterstock
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Geht es nach dem Bankhaus Metzler, so dürfen sich Anleger auch 2018 auf ein erfolgreiches Börsenjahr freuen. Das größte Ertragspotenzial sieht man vor allem in den Schwellenländern.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Stand heute war 2017 erneut ein fantastisches Aktienjahr. Sollte nichts Gravierendes mehr passieren wird der deutsche Leitindex auch im laufenden Börsenjahr auf ein zweistelliges Kursplus kommen. Geht es nach dem Bankhaus Metzler könnte diese Hausse im kommenden Jahr weiter anhalten. Emmerich Müller, Partner bei Metzler und verantwortlich für das Private Banking, gab sich bei einem Pressegespräch überaus optimistisch. Allein dem DAX attestieren die Analysten ein Kurspotenzial von rund acht Prozent im kommenden Jahr. Bis Ende 2018 würde der DAX, ausgehend von dieser Prognose, bei etwa 14.100 Punkten notieren. Deutlich skeptischer ist Müller beim Blick auf die US-Märkte. Aus seiner Sicht seien viele US-Werte zum jetzigen Zeitpunkt bereits sehr teuer. Das Chance-Risiko-Verhältnis in Bezug auf US-Aktien ist vor diesem Hintergrund nicht mehr wirklich ausgewogen, weshalb Metzler US-Werte mittlerweile untergewichtet. Unterstützung für seine Thesen erhält Müller von seinem Kollegen Frank Endres, Leiter des Portfoliomanagements bei Metzler Private Banking. Zwar sehe man auch bei Metzler die Gefahren drohender Kursrückgänge auf dem aktuell eher hohen Niveau. Bedenken hat Endres allerdings ebenfalls nur beim Blick auf die Wall Street. Aus seiner Sicht seien die Notierungen (in den USA) auf Basis eines konjunkturbereinigten Kurs-Cashflow-Verhältnisses (KCV) von 20,1 sowohl im Vergleich zu anderen Regionen als auch zur eigenen Historie mittlerweile doch sehr teuer.

Umfeld für Aktien "außerordentlich günstig"

Doch gerade am Aktienmarkt gilt: Nicht alles was teuer ist, muss zwangsläufig billiger werden. Eine Korrektur sei demnach keinesfalls zwingend, betont auch Endres. Dennoch, und das ist vielleicht auch das Schöne für Anleger, gibt es aus Sicht von Endres derzeit Märkte die deutlich billiger und somit auch ein gutes Stück attraktiver sind. So erscheinen aus Sicht von Endres derzeit vor allem europäische und japanische Dividendenpapiere äußerst attraktiv. Diese kommen aktuell auf ein KCV von 11,4. Schwellenländer-Aktien sind aus Sicht von Endres mit einem KCV von 12,7 ebenfalls nicht übermäßig hoch bewertet. Insofern stützt auch Endres Müllers These wonach das Umfeld für Aktien derzeit noch immer „außerordentlich günstig“ sei.

Notenbanken als Stimmungskiller?

Wie „günstig“ das Umfeld für Aktien mittelfristig bleibt, hängt jedoch nicht zuletzt von den Notenbanken ab. Zumindest kurzfristig sehen die Experten auch an dieser Front keine weiteren Störfeuer: Einerseits beflügelt das starke Wirtschaftswachstum. Andererseits zieht die Inflation nur moderat an. Diese Kombination erlaube es den Notenbanken derzeit sehr behutsam aus der ultralockeren Geldpolitik auszusteigen. Trotz dieser eigentlich günstigen Rahmenbedingungen gehen die Experten vom Bankhaus Metzler nicht davon aus, dass die EZB im kommenden Jahr die Zinsen anheben wird. Mittelfristig könnten jedoch strukturelle Probleme in Europa, vor allem in Italien, wieder zum Problem werden, meint Timo Schwietering, Leiter der Kapitalmarktanalyse im Metzler Private Banking. Diese Probleme kämen, so Schwietering, insbesondere dann wieder zum Vorschein, wenn die Zinsen im Euroraum wieder ansteigen würden.
 
Erstellt am 01.12.2017 um 09:15 Uhr
Veröffentlicht am 01.12.2017 um 09:30 Uhr