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Gastbeitrag Commerzbank Research · 04.12.2017 15:05 Uhr

Auf und Ab bei Gold

Goldbarren
Quelle: VladKK / Shutterstock
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Energie: Die Ölpreise starten mit leichten Abschlägen in die erste Handelswoche nach der OPEC-Sitzung. Brent handelt im Februar-Kontrakt bei 63,5 USD je Barrel, WTI im Januar-Kontrakt bei 58 USD je Barrel.

Im Gegensatz zur letzten OPEC-Sitzung vor sechs Monaten ist diesmal eine Preiskorrektur ausgeblieben. Unterstützt werden die Ölpreise vom anhaltend hohen Interesse der spekulativen Finanzanleger. Diese weiteten ihre Netto-Long-Positionen bei WTI in der Woche zum 28. November um 58,6 Tsd. auf 398,1 Tsd. Kontrakte aus, was nur noch knapp unter dem im Februar verzeichneten Rekordniveau liegt. Der kräftige Positionsaufbau war auch auf die Schließung der Keystone-Pipeline in der Berichtswoche zurückzuführen. Bei Brent liegen die spekulativen Netto-Long-Positionen ebenfalls nahe eines Rekordniveaus. Auch sie dürften im Vorfeld der OPEC-Sitzung gestiegen sein, wenngleich weniger stark als bei WTI. Die entsprechenden Daten veröffentlicht die ICE heute Mittag. Solange die spekulativen Finanzanleger bei der Stange bleiben, dürften die Ölpreise ihr hohes Niveau behaupten. Gegen noch höhere Preise sprechen Nachrichten aus den USA. Dort steigt die Bohraktivität weiter an. Laut Baker Hughes erhöhte sich die Zahl der aktiven Ölbohrungen in der letzten Woche um zwei, was dem dritten Wochenanstieg in den letzten vier Wochen entspricht. Die wöchentliche US-Rohölproduktion liegt bereits auf einem Rekordniveau. Sollte die Steuerreform in den USA in Kraft treten (siehe Edelmetalle unten), dürfte die (Schiefer-)Ölproduktion dank der darin vorgesehenen Senkung der Unternehmenssteuer zusätzlich profitieren.

Hohe Zuflüsse bei Gold-ETFs

Edelmetalle: Gold handelt zum Wochenauftakt wieder bei gut 1.270 USD je Feinunze, nachdem es am Freitag kurzzeitig auf fast 1.290 USD gesprungen war. Der ehemalige Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Michael Flynn, hatte bekannt, das FBI in den Gesprächen über seine Russland-Kontakte belogen zu haben. Dies führte zu einer zeitweisen höheren Risikoaversion der Marktteilnehmer. In der Nacht zum Samstag hat dann allerdings der US-Senat ein Steuergesetz beschlossen, das umfangreiche Steuersenkungen vorsieht. Dieses Gesetz muss jetzt allerdings noch mit der Version des US-Repräsentantenhauses in Einklang gebracht werden. Dennoch ist daraufhin der Risikoappetit der Marktteilnehmer wieder zurückgekehrt und der Goldpreis entsprechend gefallen. Die ETF-Investoren hatten am Freitag wohl noch vor der Abstimmung im Senat große Mengen Gold gekauft. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten mit 12,6 Tonnen die höchsten Zuflüsse seit drei Monaten. Die spekulativen Finanzinvestoren haben in der Woche zum 28. November ihre Netto-Long-Positionen bei Gold um 15% auf 198,5 Tsd. Kontrakte ausgeweitet. Dies ist der höchste Stand seit zehn Wochen. In den USA wurden im November auf saisonbereinigter und annualisierter Basis 17,35 Mio. Fahrzeuge verkauft. Der Rückgang zum Vormonat fiel damit stärker aus als erwartet. Dies dürfte unter anderem auf eine Gegenbuchung nach den starken Fahrzeugabsätzen in den beiden Monaten zuvor in Folge der Hurrikans gewesen sein. Palladium legte am Freitag dennoch leicht zu.

Preise für Nickel und Kupfer steigen

Industriemetalle: Die Metallpreise starten gemischt in die neue Handelswoche. Zink und Blei zum Beispiel geben nach ihren starken Gewinnen am Freitag heute Morgen nach und notieren bei gut 3.200 USD bzw. über 2.500 USD je Tonne. Dagegen sind Nickel (11.400 USD je Tonne) und Kupfer (6.850 USD je Tonne) im Plus. Neben diesen beiden Industriemetallen steigen auch die Stahl- und Eisenerzpreise – und das deutlich. So legt der nächstfällige Futures-Kontrakt für Betonstahl an der SHFE in Shanghai zeitweise um fast 3% zu. Der nächstfällige Futures-Kontrakt für Eisenerz an der SGX Asiaclear in Singapur ist vorübergehend sogar um fast 7% nach oben gesprungen. Erstmals seit 2½ Monaten kostet Eisenerz wieder mehr als 70 USD je Tonne. Gerechtfertigt ist dies unseres Erachtens nicht. Denn China dürfte wegen der Produktionskürzungen der Stahlhersteller während der Wintermonate weniger Eisenerz nachfragen. Schon im Oktober hatte China deshalb weniger Eisenerz importiert. Auch im November dürften die Importe verhalten ausgefallen sein. Zugleich wird aber das Angebot stetig ausgeweitet. So werden Australien und Brasilien laut Einschätzung des australischen Ministeriums für Industrie, Innovation und Wissenschaft im nächsten Jahr 4% bzw. 5% mehr Eisenerz exportieren (nach +3,8% und +2,7% in diesem Jahr). Schon jetzt gibt es aber mehr als genug Angebot wie zum Beispiel die Eisenerzvorräte in den chinesischen Häfen zeigen. Diese liegen mit fast 142 Mio. Tonnen auf einem Rekordhoch.
Bitte beachten Sie den Disclaimer und die Risikohinweise.
Erhalten von der Commerzbank am 04.12.2017 um 14:41 Uhr.
Veröffentlicht von der Börse Stuttgart am 04.12.2017 um 15:05 Uhr.