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BMW unter Manipulationsverdacht · 05.11.2017 08:54 Uhr

DAX: Wird der Druck nun größer?

Anleger vor Charts
Quelle: suphakit73/Shutterstock
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Es war schlussendlich wie erwartet: Nach einem guten Start in den Tag setzten am späten Vormittag die ersten Gewinnmitnahmen ein und trieben den DAX unter die Marke von 13.000 Punkten. Dennoch präsentiert sich dieser erstaunlich robust.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Es war schlussendlich wie erwartet: Nach einem guten Start in den Tag setzten tatsächlich am späten Vormittag die ersten Gewinnmitnahmen ein und trieben den DAX unter die Marke von 13.000 Punkten. Dennoch präsentiert sich dieser erstaunlich robust.
Eigentlich erwarteten viele Marktteilnehmer heute deutlich größeren Gegenwind für den deutschen Leitindex. Nach dem starken Start in die laufende Handelswoche sprach eigentlich viel dafür, dass heute größere Gewinnmitnahmen einsetzen würden. Ein solches Phänomen war gestern insbesondere in den USA zu beobachten: Nachdem in einer ersten Reaktion die Aussicht auf eine umfangreiche Steuerreform noch gefeiert wurde, setzten bereits erste Gewinnmitnahmen ein und Anleger trennten sich in größerem Umfang von vermeintlich hoch bewerteten Titeln. Besonders unter Druck geriet im Zuge dessen der Tech-Sektor. Die NASDAQ zeigte schon recht früh Schwäche-Tendenzen und Unternehmen wie beispielsweise PayPal oder Adobe Systems gerieten unter massiven Abgabedruck. Selbst Finanzwerte wie Goldman Sachs, eigentlich die großen Profiteure einer möglichen Steuerreform, gingen mit einem Minus aus dem gestrigen Handelstag.
Im DAX hat es heute ebenfalls ein paar Top-Performer der vergangenen Monate erwischt. So wird die Verliererliste aktuell von Volkswagen und der Deutschen Lufthansa angeführt. Beide Werte konnten in den vergangenen drei Monaten um immerhin mehr als 40 Prozent zulegen.

Hat BMW ebenfalls getrickst?

Bei den Einzelwerten dürften heute wieder einmal die Autobauer im Fokus stehen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht nach Untersuchungen an einem 2016 gebauten BMW 320d Anhaltspunkte für eine Abschalteinrichtung. Eine Abschalteinrichtung? Bitte nicht schon wieder! Doch der Vorwurf steht im Raum, dass auch die Bayern bei den Abgaswerten getrickst haben. Laut dem DUH sei die Software in dem entsprechenden Fahrzeug so programmiert, dass die Abgasrückführung bereits ab 2.000 Umdrehungen pro Minute reduziert, und ab 3.500 Umdrehungen komplett abgeschaltet werde. Bei BMW weist man die Vorwürfe vehement zurück und verweist auf eine Studie des TÜV Süd. Dieser habe bereits 2015 ein technisch identisches Modell getestet und dabei keine Eingriffe festgestellt. Allen Querelen zum Trotz, notiert die BMW-Aktie derzeit im Plus.

Lieber kein Brexit, als ein falscher Brexit?

Die Verhandlungsführer in Sachen Brexit kommen währenddessen keinen Schritt weiter. Ein Spitzentreffen zwischen der britischen Premierministerin Theresa May und EU-Vertretern hat am Montag keinen Durchbruch in den strittigen Brexit-Fragen gebracht. Es scheint aktuell, als sei man noch immer keinen Schritt weiter. In dieser Woche soll es jedoch weitere Beratungen geben, um zumindest die erste Phase der Austrittsverhandlungen abschließen zu können. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Theresa May zeigten sich jedoch „zuversichtlich“ bis Ende der Woche ein Ergebnis vorlegen zu können.

ThyssenKrupp: „Zerschlagung ist überhaupt kein Thema“

Der Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp, Ulrich Lehner, hat sich vehement gegen eine Zerschlagung von ThyssenKrupp ausgesprochen und begibt sich damit auf direkten Konfrontationskurs zu seinem Großaktionär. Lars Förberg, Gründer des Finanzinvestors Cevian und immerhin zweitgrößter ThyssenKrupp-Aktionär, forderte jüngst eine solche Aufspaltung des Konzerns, da aus seiner Sicht die Einzelteile des Konglomerats einen höheren Wert besäßen als der Gesamtkonzern. Lehner widerspricht dieser Einschätzung. Aus seiner Sicht habe der Aufsichtsrat dieses Thema bereits vor gut drei Jahren analysiert. „Das Ergebnis war, dass die einzelnen Bereiche zukunftsfähig und unter der Dachmarke Thyssenkrupp synergiestiftend und damit stärker sind“, so Lehner in einem Handelsblatt-Interview. Kritik übt Lehner vor allem am Vorgehen Förbergs: "Wenn sich ein Aktionär in der Art und Weise öffentlich positioniert, dann schadet das dem Unternehmen."

Blick in den Derivatehandel

Calls auf den chinesischen Onlinehändler Alibaba sind heute bei den Derivateanlegern in Stuttgart besonders beliebt. Die Aktie der Chinesen eilt in diesen Tagen von Rekord zu Rekord und befindet sich, laut technischen Analysten, in einem stabilen Aufwärtstrend.
Verkauft werden hingegen Calls auf die Volkswagen-Aktie. Die Anteilsscheine der Wolfsburger gehören heute zu den großen Verlieren im deutschen Leitindex, was jedoch nicht unmittelbar mit den Turbulenzen um BMW zusammenhängen dürfte.
 
Erstellt am 05.12.2017 um 14:20 Uhr
Veröffentlicht am 05.12.2017 um 14:35 Uhr