Nachrichten

Machtkampf in Essen · 05.12.2017 09:30 Uhr

ThyssenKrupp soll nicht zerschlagen werden

salzgitter-thyssen-stahl-band-rollen
Pavel L Photo and Video / Shutterstock.com
Beitrag teilen
Der Aufsichtsratschef von Thyssenkrupp, Ulrich Lehner, hat sich gegen eine Aufspaltung ausgesprochen. Dagegen hatte sich Lars Förberg, der Gründer des Finanzinvestors Cevian, für eine Zerschlagung starkt gemacht.

 
Cevian hält mehr als 18 Prozent der Aktien und ist nach der Krupp-Stiftung  (23%) der zweitgrößte Aktionär von Thyssenkrupp.
Warum überhaupt treibt Cevian das Gedankenspiel voran, einen der größten deutschen Industriekonzerne zu zerschlagen?
Aus Sicht von Cevian sind die Einzelteile des Konglomerats mehr wert als der Gesamtkonzern.
Stimmt nicht, sagt Aufsichtsratschef Lehner: Im Jahr 2014 habe der Aufsichtsrat genau dieses Thema analysiert.
"Das Ergebnis war, dass die einzelnen Bereiche zukunftsfähig und unter der Dachmarke Thyssenkrupp synergiestiftend und damit stärker sind", sagte Lehner.
Lediglich beim Stahl habe es Handlungsbedarf gegeben. Dieses Problem werde mit der geplanten Fusion der Sparte mit Tata Steel Europe angegangen.
 

Kritik an Großaktionär

In dem Interview kritisierte Lehner Cevian-Gründer Förberg.
"Wenn sich ein Aktionär in der Art und Weise öffentlich positioniert, dann schadet das dem Unternehmen."
Lehner hätte sich gewünscht, offen und konstruktiv miteinander zu reden - zum Wohle des Unternehmens.
Heute (Dienstag)  will Lehner zusammen mit Vorstandschef Heinrich Hiesinger turnusgemäß mit Vertretern von Cevian zusammentreffen.

Analysten überwiegend freundlich

Derzeit beobachten 24 Analysten die Aktie von Thyssenkrupp und zeichnen ein überwiegend freundliches Bild. Das durchschniitliche Kursziel sehen die Analysten bei 28,23 Euro, was einem Upside Potenzial von gut einem Viertel entspricht.
Vier Verkaufsempfehlungen stehen 14 Kaufempfehlungen gegenüber.
Die jüngste Analyse stammt vom Montag und kommt aus der Schweiz: Die Credit Suisse hat die Einstufung für Thyssenkrupp auf "Outperform" mit einem Kursziel von 32 Euro belassen. Unter den europäischen Stahlherstellern sei ThyssenKrupp in puncto Restrukturierung der Spitzenwert. Der Umbau des Industriekonzerns könne zur Folge haben, dass die freien Barmittel in den kommenden Jahren stark steigen. Daran könnten dann auch die Aktionäre teilhaben