Nachrichten

Chinesische Autobauer unter Druck · 07.12.2017 08:45 Uhr

BYD & Geely: Ein unerklärlicher Kurseinbruch

Logo von BYD
Quelle: Philip Lange/Shutterstock
Beitrag teilen
Die Aktien der beiden chinesischen Autobauer BYD und Geely gehörten in den vergangenen Wochen immer wieder zu den meistgehandelten Basiswerten an der Börse Stuttgart. Gestern folgte nun der dramatische Absturz. Doch weshalb eigentlich?

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Die Anteilsscheine von Geely oder BYD sind vor allem bei Tesla-Skeptikern äußerst beliebt. In den Augen vieler Anleger sind die chinesischen Unternehmen deutlich effizienter aufgestellt, als ihr Konkurrent aus den USA. Vor allem jedoch werden die beiden Autobauer von staatlicher Seite stark subventioniert. So gibt es in China bereits seit geraumer Zeit Steuererleichterungen für Fahrzeuge mit alternativem Antrieb, die jüngst erst bis 2020 verlängert wurden. Der Hintergrund liegt auf der Hand: Insbesondere in Städten wie Peking arbeitet man Fieberhaft daran die Luft zu verbessern. In Peking wurde zuletzt sogar immer wieder ein Komplettverbot für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor diskutiert.

Aktien gehörten zu den Top-Performern

Grundsätzlich lief es für die beiden Autobauer in den vergangenen Monaten auch überaus prächtig. Die BYD-Aktie legte allein in diesem Jahr rund 40 Prozent zu. Anteilsscheine von Geely haben sich auf Jahressicht sogar um 200 Prozent verteuert. Bis gestern. Beide Aktien hatten einen völlig unerwarteten Kurseinbruch zu verzeichnen. Allein die BYD-Aktie sackte um mehr als sechs Prozent ab, und das, obwohl es keine wirklich relevanten Nachrichten zu den beiden Unternehmen gegeben hat. Bei Geely war der Einbruch zwar nicht ganz so abrupt, doch seit Beginn der Woche steht auch für Geely ein Verlust von sechs Prozent zu Buche. Woher der Einbruch kommt, scheint derzeit nicht wirklich klar.

Operativ läuft es gut

Denn auch operativ läuft es beiden Unternehmen unverändert gut. BYD hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres fast 83.000 Fahrzeuge abgesetzt und kann somit durchaus mit dem Konkurrenten Tesla mithalten. Im kommenden Jahr will BYD die Absätze verdoppeln und es sollen 200.000 Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert werden. Zwar sind die Visionen bei BYD nicht ganz so ambitioniert wie bei Tesla, Konzernchef Elon Musk kündigte an bis spätestens 2020 die Millionen-Marke knacken zu wollen, doch vielleicht ist das auch ein Grund der Anlegern an BYD ganz gut gefällt. Die gesteckten Ziele scheinen erreichbar und keineswegs zu ambitioniert. Geely schlägt grundsätzlich in dieselbe Kerbe. Auch Geely strebt bis 2019 eine Absatzverdopplung an. Eine Verdopplung, die nicht zuletzt durch eine zunehmende Internationalisierung des Konzerns gelingen soll. Geely will künftig stärker in den lukrativen europäischen und US-Markt vordringen.

Analysten sehen Entwicklung positiv

Von Analystenseite gibt es ebenfalls kaum Gegenwind. Laut Reuters bewerten gibt es aktuell nur vier „Verkaufsempfehlungen“ für die BYD-Aktie. Die Mehrheit der insgesamt 23 Analysten, die in den letzten Monaten die BYD-Aktie beobachteten, ist weiterhin grundsätzlich positiv gestimmt. Das Verhältnis bei der Geely-Aktie ist sogar noch ein wenig positiver: Von insgesamt 35 Analysten, bewerten derzeit nur ganze drei die Anteilsscheine als zu hoch bewertet.
 
Erstellt am 07.12.2017 um 08:35 Uhr
Veröffentlicht am 07.12.2017 um 08:45 Uhr