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IWF sieht Finanzstabilität gefährdet · 07.12.2017 09:45 Uhr

IWF: China muss raus aus den Schulden

Stethoskop auf Renminbi-Noten
Quelle: Yeexin Richelle/Shutterstock
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Der IWF zeigt sich angesichts der hohen Verschuldung chinesischer Unternehmen zunehmend besorgt. Der IWF fordert China auf, stärker gegen die Auswüchse vorzugehen, da diese die Finanzstabilität des Landes gefährden.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat China davor gewarnt, zu stark in den privaten Sektor einzugreifen. Zum Wohle der „sozialen Stabilität“ lasse es China noch immer zu, dass unrentable Firmen durch Kredite künstlich am Leben gehalten werden, so der IWF. Ein Vorgehen, dass auch Sicht der Finanzhüter mittelfristig die Finanzstabilität des Landes gefährden könne. China müsse Unternehmen zwingend den allgemeinen Kräften des Marktes aussetzen und unrentable Konzerne notfalls pleite gehen lassen.

Unternehmensverschuldung steigt weiter

Bereits 2015 lag die Gesamtverschuldung chinesischer Unternehmen bei 165 Prozent der Wirtschaftsleistung. Seitdem hat sich wenig Positives getan. Im Gegenteil: Die Verschuldung ist seitdem nochmals stark angestiegen, so der IWF. Zwar habe die Regierung Maßnahmen ergriffen um die Verschuldung wieder in den Griff zu bekommen, allerdings reichen diese dem IWF nicht aus. Einige Probleme seien grundsätzlicher Natur und vor allem hausgemacht. So würden insbesondere staatsnahe Firmen besonders stark subventioniert. Ein sehr konkreter Vorschlag des IWF zielt darauf ab, dass Wachstumsziele nicht mehr in den offiziellen Regierungsplänen hervorgehoben werden. Auf diese Weise sollen Lokalregierungen die Anreize genommen werden, Wachstumsraten um jeden Preis nach oben zu treiben.

Finanzsektor soll stärker reguliert werden

Neben einer „exzessiven Kreditexpansion“ auf der Unternehmensseite, sieht der IWF zunehmende Risiken im chinesischen Finanzsektor. Auch hier könnte das expansive Wachstum der vergangenen Jahre die Stabilität des Sektors ins Wanken bringen. In seinem aktuellen „Financial System Stability Assessment (FSSA)“ weist der IWF darauf hin, dass eine wachstumsfördernde Geld- und Finanzpolitik zusammen mit der gestiegenen Nachfrage nach hochrentierlichen Finanzprodukten und der schärferen Überwachung des Bankensektors die Entstehung zunehmend komplexer und schlecht überwachter Investmentvehikel begünstigt habe. Kurz: China soll den Sektor künftig wieder stärker regulieren. Wenig förderlich erscheint dem IWF die Einstellung vieler Anleger, dass die Regierung bei möglichen Ausfällen mit einer Entschädigung einspringe.
 
Erstellt am 07.12.2017 um 09:30 Uhr
Veröffentlicht am 07.12.2017 um 09:45 Uhr