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Innogy-Zahlen liegen im Plan · 13. März 2017

Innogy: Nicht überragend, aber solide

Windräder auf dem Land
Quelle: Shutterstock
Die Premiere ist schon einmal gelungen. Innogy, die Ökostrom-Tochter von RWE, schließt das erste Geschäftsjahr im Plan ab. Auf der kommenden Hauptversammlung soll zudem eine Dividende in Höhe von 1,60 Euro vorgeschlagen werden.

Die heute vorgelegten Geschäftszahlen von innogy, können als durchweg solide bezeichnet werden. So hat die innogy SE, nach eigener Aussage, „in ihrem ersten Geschäftsjahr als eigenständiges Unternehmen alle ihre finanziellen Ziele erreicht“. Mit einem bereinigten EBITDA von 4,2 Milliarden Euro liegt man in etwa in der Mitte der im Vorfeld prognostizieren 4,1 bis 4,4 Milliarden Euro. Eine Punktlandung gelang innogy beim bereinigten Nettoergebnis. Diese wurde mit 1,1 Milliarden Euro exakt getroffen. Auf Basis der heute vorgelegten Zahlen wollen Vorstand und Aufsichtsrat eine Gewinnausschüttung von 1,60 Euro pro Anteilsschein vorschlagen.
 

Peter Terium kann wieder Zuversicht verbreiten

Peter Terium, ehemals CEO von RWE, hatte in den vergangenen Jahren nicht immer einen einfachen Stand. Über gut vier Jahre musste sich der Niederländer immer wieder für sinkende Gewinne und Umsätze rechtfertigen. Die schleppende Geschäftsentwicklung von RWE führte im vergangenen Jahr sogar zur Streichung der Dividende, was den Konflikt mit den Anteilseigner und einigen lokalen Kommunen auf die Spitze trieb. Als innogy-Chef kann Terium jedoch wieder Zuversicht verbreiten und durchaus zufrieden auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurückblicken: „Für 2016 haben wir viel versprochen und wir haben unsere Versprechen gehalten. […] Bei unseren Ertragszielen haben wir eine Punktlandung hingelegt.“ Entsprechend optimistisch gibt sich nun der Niederländer beim Ausblick für das laufende Jahr: „Für 2017 können unsere Investoren ein steigendes Ergebnis erwarten. Beim bereinigten Nettoergebnis erwarten wir einen Betrag von über 1,2 Milliarden Euro“.
 

Innogy hilft Mutterkonzern

Zumindest im Fall von innogy scheint man eine richtige strategische Entscheidung getroffen zu haben. Vor ziemlich genau einem Jahr entschied sich der RWE-Konzern das Geschäft mit der Energiewende auf innogy abzuspalten und hier zu bündeln. Zu diesem Zweck platzierte RWE im vergangenen Oktober 24 Prozent der Aktien. Der Börsengang kann dabei durchaus Erfolg gewertet werden, immerhin konnten die Anteilsscheine nahe des Höchstpreises von 36 Euro platziert werden konnten. Zwar notiert die Aktie mittlerweile wieder etwas unter dem Startpreis, doch der Börsengang spülte gut zwei Milliarden Euro in die leeren Investitionskassen. Geld, das vor allem der Mutterkonzern sehr gut gebrauchen kann: RWE wird sich morgen in die Bücher schauen lassen und es spricht viel dafür, dass der Versorger einen Rekordverlust bekannt geben muss. Peter Terium muss sich diesmal jedoch nicht mehr rechtfertigen, er hat geliefert.