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Treffen von May und Juncker · 08.12.2017 08:55 Uhr

Erster Durchbruch bei Brexit-Verhandlungen in Brüssel

Theresa May und Jean-Claude Juncker
Quelle: LINGTREN IMAGES/Shutterstock
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Großbritannien und die EU haben bei ihren Brexit-Verhandlungen offenbar einen ersten Durchbruch erzielt. Aus Kommissionskreisen wurde am Freitagmorgen verlautet, dass es ausreichend Fortschritte gegeben hätte.

-von Andreas Scholz, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Brüssel äußerten sich die britische Premierministerin Theresa May sowie EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker positiv zum Verlauf ihrer Brexit-Verhandlungen in Brüssel. Juncker machte dabei klar, dass „genügend Fortschritte“ erzielt worden seien, damit nun in eine zweite Phase der Verhandlungen eingetreten werden könne.

Irische Position im Fokus

Bereits zu Wochenbeginn schien eine Einigung möglich, wurde dann aber wegen Widerstandes der nordirischen Partei DUP gekippt. Auf die Stimmen der DUP ist May mit ihrer Minderheitsregierung im Parlament aber angewiesen. Nun wurden die Kritikpunkte der DUP offenbar entkräftet bzw. durch neue Verhandlungsvorschläge ausgeräumt. Im Kern geht es dabei um die Verbindung des EU-Landes Irland zum britischen Nordirland. Das EU-Mitglied Irland pocht auf eine schriftliche Zusage Großbritanniens, dass es keine feste Grenze auf der britischen Insel geben werde.

Weitere Top-Themen im Fokus

Zu den weiteren entscheidenden Kernthemen bei den Verhandlungen gehört die Frage der künftigen Rechte der gut drei Millionen EU-Bürger in Großbritannien sowie die Abschlussbilanz Großbritanniens für die während der EU-Mitgliedschaft gemeinsam eingegangenen Finanzverpflichtungen. Zu diesen und weiteren Themen wird die EU-Kommission nun eine Empfehlung an die Mitgliedsstaaten abgeben, auf deren Grundlage dann die Verhandlungen in eine weitere Phase münden können. Ende kommender Woche kommen dann die Staats- und Regierungschefs der EU erneut in Brüssel zu einem Gipfeltreffen zusammen.

Handelsbeziehungen im Blick

In der nächsten Verhandlungsphase wird es dann auch über die künftige Gestaltung der Handelsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien gehen, wobei eine mehrjährige Übergangsphase angedacht ist. In dieser könnte Großbritannien auch weiterhin Teil des EU-Binnenmarktes bleiben, allerdings sein Stimmrecht in Brüssel verlieren.
 
Erstellt am 08.12.2017 um 08:30 Uhr
Veröffentlicht am 08.12.2017 um 08:55 Uhr