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Traderfox-Kolumne · 13.12.2017 09:34 Uhr

KWS Saat: Eine Geschichte von Zucker, Mais und guten Geschäften

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Quelle: Valentin Valkov / Shutterstock
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Die Börsen erreichen fast täglich neue Höchststände und die hohen Bewertungen treiben vielen Anlegern den Angstschweiß auf die Stirn. In vielen Magazinen kann man lesen, dass der Bullenmarkt nun schon 9 Jahre andauere.

- verfasst von Michael C. Kissig -
Er habe damit die Durchschnittszeit einer Hausse deutlich überschritten – mit dem Hinweis nun sei eine große Korrektur fällig. Manche reden sogar über einen Crash und das nicht erst seit gestern.

Aktienkurse sind überwiegend von Psychologie getrieben

Dem kann man entgegenhalten, dass es keine Gesetzmäßigkeiten an der Börse gibt. Auch wenn viele Menschen immer wieder versuchen, die Börse und die Aktienkurse in ein Korsett aus vorhersehbaren Abläufen zu zwängen. Sei es mittels Charttechnik oder aufgrund saisonaler Überlegungen. Und weil viele Leute daran glauben (wollen), scheinen diese Muster und Regelwerke auch zu funktionieren, jedenfalls kurzfristig und an bestimmten Kursmarken. In Summe haben diese Regelungsversuche jedoch zwei grundsätzliche Schwächen: Sie leiten aus der Vergangenheit eine Gesetzmäßigkeit für die Zukunft ab und sie blenden völlig aus, dass die Aktienkurse ganz überwiegend von der Psychologie getrieben sind. Und zwar von den Emotionen der Masse. Die emotionale Stimmung, die verschiedene Anleger in der Vergangenheit hatten, kann man jedoch nicht einfach auf die Zukunft fortschreiben. Man muss sich nur einmal mit Anlegern unterhalten, die den Crash 1987 oder 2000 oder 2009 mitgemacht haben. Heute, mit (emotionalem) Abstand und dem Wissen um den weiteren Fortgang der Geschichte bewerten die meisten diese Ereignisse ganz anders als damals. Man findet kaum einen Anleger oder Börsenjournalisten oder Analysten, der 2009 nicht als Einstiegschance des Jahrtausends bezeichnet. Ja, heute. 2009 kaufte niemand Aktien, alle haben unlimitiert auf den Verkaufsknopf gedrückt und die Kurse ins unterste Kellergeschoss geprügelt. Niemand hatte mehr Hoffnung, dass das globale Banken- und Wirtschaftssystem zu retten wäre. Naja, alle außer Warren Buffett, der damals Milliarden investierte und vor allem Bankaktien einsammelte. Und fast jeder kann irgendeine Aktie nennen, die er damals günstig eingekauft hat. Von den vielen anderen, die er zuvor in Panik in den Kursabsturz hinein verramschte, ist kaum mehr die Sprache.

Konjunkturresistente Werte versprechen auch in Krisenzeiten gutes Geschäft

Wir halten also fest, dass es keine Gesetzmäßigkeit an der Börse gibt und dass Emotionen der wichtigste Kurstreiber sind. Wir wissen deswegen aber auch, dass es wieder zu stärkeren Korrekturen und auch zu Crashs kommen wird. Wo Emotionen im Spiel sind, wird es immer Übertreibungen geben, in beide Richtungen. Und ein Crash ist eine solche kollektive Übertreibung.
Wenn man nun aber die Kurse nicht voraussagen kann, dann könnte man zu der irrigen Annahme kommen, es sei egal, was und wann man kaufe. Ganz so hilflos ist man zum Glück nicht, schon ein bisschen logisches Denken hilft einem auch an der Börse enorm weiter. So kann man sich zum Beispiel Gedanken machen, welche Branchen und Produkte bei einer Rezession oder bei einem Crash wohl weniger stark leiden würden. Trinken die Menschen weniger Wasser, wenn es wirtschaftlich bergab geht oder kaufen sie weniger Windeln für ihre Babys? Wohl kaum. Sie sparen an Luxusgütern oder sie kaufen günstigere Produkte und weichen von Markenartikeln auf No-Names aus. Anleger können hieraus die Lehre ziehen, dass diese weniger konjunktursensiblen Werte aller Voraussicht nach auch in Krisenzeiten gute Geschäfte machen und daher ihr Aktienkurs weniger anfällig für starke Rücksetzer ist.

KWS Saat: Spezialist auf dem Gebiet Saatgut

Viele dieser defensiven Werte findet man, wenn man sich im Supermarkt genauer umsieht und auf die Verpackungen der entsprechenden Produkte schaut. Nestlé, Unilever, Procter & Gamble, Henkel oder Colgate Palmolive drängen sich da geradezu auf. Nun bietet der Supermarkt aber auch noch andere schöne Sachen, unter anderem Nahrungsmittel: Frisch, tiefgefroren oder verarbeitet und verpackt, für jeden ist etwas dabei. Doch auch Nahrungsmittel sind relativ konjunkturresistent, denn Menschen müssen nun mal essen. Auch wenn natürlich auch hier Qualität und Preis von Konjunkturschwankungen beeinflusst werden.
Schauen wir also einmal auf das Thema Ernährung und auf die Entwicklung der Weltbevölkerung. Inzwischen leben mehr als 7,5 Milliarden Menschen auf unserem Globus und pro Jahr werden es 78 Millionen mehr. Jeder einzelne von ihnen benötigt ein Mindestmaß an Essen und Trinken, daher steigt der weltweite Bedarf ständig an. Und da es in den Regionen der Erde mit dem höchsten Bevölkerungszuwachs nicht überall genügend Nahrung gibt, entsteht ein immer stärker werdender Siedlungsdruck in Richtung Norden, in die USA, Kanada, nach Europa. Es wird daher nicht nur in diesen Ländern nach neuen Möglichkeiten gesucht, die Menschen zu ernähren, sondern auch nach Lösungen, wie man sie in ihren Herkunftsländern besser versorgen kann, um sie gar nicht erst zu Flüchtlingen werden zu lassen. Und an dieser Stelle kommen Unternehmen ins Spiel, die sich um Saatgut kümmern. Abgesehen von Monsanto und Bayer, die wohl jeder kennt, gibt es in Deutschland einen Spezialisten auf diesem Gebiet, den SDAX-Konzern KWS Saat aus Einbeck – wo auch das leckere Bier herkommt. Aber das ist eine andere Geschichte…
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