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Interview mit Thomas Metzger · 14.12.2017 09:15 Uhr

Absicherungsstrategien für die „schönste Zeit des Jahres“

Weihnachten
Quelle: Atstock Productions / Shutterstock
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Die Weihnachts- und damit für viele auch die Urlaubszeit - steht bevor. Doch der Gedanke, dass Depot für ein oder zwei Wochen „im Stich“ zu lassen, gefällt den wenigsten Anlegern. Insbesondere wenn mit unruhigen Zeiten zu rechnen ist.

Über mögliche Absicherungsstrategien, nicht nur für die „schönste Zeit des Jahres“, sprach Börse Stuttgart-TV mit Thomas Metzger, Fondsmanager beim Bankhaus Bauer.
Börse: Herr Metzger, welche Möglichkeiten haben Anleger sich – gerade während einer längeren Abwesenheit – vor starken Kursrücksetzern zu schützen?
Metzger: Stopp-Loss-Orders sind sehr gut geeignet um das Risiko einer Wertpapierposition zu begrenzen. Insbesondere wenn der Anleger grundsätzlich mit dem Gedanken spielt, sich von seinem Engagement zu trennen. Bei einer Stopp-Loss-Order definiert der Investor eine Kursschwelle unterhalb des aktuellen Kurses seiner Aktie bzw. Wertpapierposition. Wird dieses Kursniveau erreicht oder unterschritten, löst sich automatisch eine Verkaufsorder aus. Mit dem setzen der Stopp-Loss-Order hat der Anleger somit sein maximales Risiko definiert, da bei einem Kurseinbruch der Wert mit dem Erreichen der Stopp-Loss-Schwelle verkauft wird ohne ins bodenlose zu stürzen. Böse Überraschungen bei plötzlichen Kurseinbrüchen an der Börse bleiben also aus. Allerdings muss beachtet werden, dass sich bei starken Kursrücksetzern z.B. der Eröffnungskurs des fraglichen Wertpapieres bereits weit unter dem Stopp-Niveau befinden kann. Darüber hinaus eignen sich Stopp-Loss-Orders auch im Gewinne zu sichern. Ist ein Wert in der Gewinnzone, setzt der Anleger oberhalb seines Kaufkurses den Stopp-Loss-Kurs und verhindert damit, bei einem Kursrücksetzer wieder in die Verlustzone zu rutschen.
Börse: Welche Alternativen zu Stopp-Loss-Orders bieten sich an?
Metzger: Anleger, welche insbesondere ein ganzes Depot gegen einen kurzfristigen Rückschlag des Aktienmarktes absichern aber langfristig investiert bleiben wollen, bieten Put-Optionsscheine interessante Möglichkeiten. Solche Puts haben die Eigenschaft, dass sich ein Kursrückgang ihres sog. Basiswertes - dies kann z.B. der DAX sein oder eine einzelne Aktie - grundsätzlich positiv auf ihren Preis auswirkt. Im Grunde soll also mit dem Kauf der Put-„Versicherung“ bei einem Kurssturz die Verluste des Depots durch die positive Wertentwicklung der Puts ausgeglichen werden.
Börse: Welche Vorteile bietet eine solche Vorgehensweise?
Metzger: Eine Absicherung über Puts lässt sich schnell, kostengünstig und flexibel auf- und wieder abbauen. Optionsscheine werden an der Börse - z.B. hier in Stuttgart - gehandelt und können auch von Privatanlegern in sekundenschnelle ge- und verkauft werden. Die Kosten der Absicherung beschränken sich dabei im Maximum auf den Preis des Put, d.h. Anleger profitieren auch weiterhin von steigenden Kursen des Basiswertes, ihr Gewinn reduziert sich aber um den Kursverlust des Put-Optionsscheines, auf den sich steigende Kurse des zugrunde liegenden Finanzinstrumentes - bis hin zum Totalverlust der Option - nachteilig auswirken.
Des weiteren können sich auch private Anleger mit Hilfe des Money-Managements bzw. Risiko-Managements recht einfache Regeln schaffen um Entscheidungen ohne psychischen Druck fällen zu müssen. Hier geht es z.B. um Wertsicherungsstrategien, die darauf abzielen das Risiko eines Portfolios zum einen durch das Festlegen der Größe der einzelnen Handelspositionen bzw. einer ausreichenden Diversifikation des Depots zu begrenzen.

Thomas Metzger