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Die Zeit drängt · 18.12.2017 09:15 Uhr

Lauda steigt um Poker bei Niki ein

Flugzeug von Niki am Düsseldorfer Flughafen
Quelle: CL-Medien/Shutterstock
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Trendwende im Fall der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki. Wie heute Morgen bekannt wurde, plant der Gründer der Airline, Niki Lauda, eine Offerte für die Airline vorzulegen. Nun könnte alles ganz schnell gehen.

-von Thomas Zuleck, Börse Stuttgart News Redaktion-
 
„Wir können bereits am kommenden Mittwoch ein Angebot vorlegen", so Lauda gegenüber dem Handelsblatt. "Ich habe dem Air-Berlin-Bevollmächtigten Frank Kebekus am Freitag gesagt, dass wir sehr schnell bereit sind, ein Kaufangebot vorzulegen." Lauda kündigte an, im ersten Schritt ohne den Touristikkonzern Thomas Cook, zu dem die Ferienfluglinie Condor gehört, verhandeln zu wollen. Der Gründer von Niki betonte jedoch, dass er selbstverständlich in Verbindung mit Thomas Cook stehe, die über seine Schritte informiert sind.

Eile hat ihren Grund

Die Eile hat ihren Grund. „Wir haben zunächst eine Sieben-Tages-Frist, die aber von den österreichischen Behörden auch noch bis nach den Feiertagen verlängert werden könnte", so der Insolvenzverwalter von Air Berlin. Die österreichische Aufsichtsbehörde „Austro Control“ hätte Niki eigentlich im Zuge der Insolvenz die Betriebsgenehmigung entziehen müssen, aktuell fliegt Niki jedoch mit einer Art Sondergenehmigung. Das kann allerdings nicht ewig so weitergehen, weshalb die Geschwindigkeit in den Verhandlungen nicht wirklich überrascht. Niki Lauda wiederum scheint seine Hausaufgaben bereits gemacht zu haben. Vor allem die Frage der Finanzierung scheint bereits geklärt. Diese will die Ex-Rennfahrer mit Hilfe einer österreichischen Großbank stemmen.

Spielt die Lufthansa ihr eigenes Spiel?

Niki hatte erst vergangene Woche Insolvenz angemeldet, nachdem die Deutsche Lufthansa ihr Kaufangebot zurückgezogen hat. Für Lauda ein Unding. Aus seiner Sicht spielt die Lufthansa derzeit ihr eigens Spiel, an dessen Ende die Zerstörung von Niki steht, so Lauda gegenüber dem Handelsblatt. „Wir haben Herrn Kebekus aufgefordert, uns am Montag verbindlich mitzuteilen, über wie viele Flugzeuge Niki verfügt. Wenn Niki weiter nur zwei Flieger hätte, sind die Slots wertlos", so Lauda. "Denn mit zwei Flugzeugen können keine 21 Slots abgeflogen werden. Es ist die Aufgabe von Herrn Kebekus, schleunigst zu klären, was die Lufthansa mit den Flugzeugen der Niki vorhat. Wenn er sich von der Lufthansa nicht die Flugzeuge zurückholt, kann er seiner Verpflichtung nicht nachkommen, für Niki einen möglichst hohen Preis zu erzielen."

Lufthansa könnte Niki-Verkauf torpedieren

Doch wo genau ist eigentlich das Problem? Nun, Niki hat ihre komplette Flugzeugflotte geleast. Die meisten der geleasten Flugzeuge gehören der Deutschen Lufthansa. Sollte die Lufthansa nun tatsächlich nur zwei oder drei Flugzeuge freigeben, so wäre Niki quasi unverkäuflich, da, wie Lauda bereits erwähnte, keine 21 Slots angeflogen werden könnten. Wäre Niki nun also unverkäuflich und die gewährte Frist der „Austro Control“ läuft ab, so würden die Slots an den sogenannten Slot-Koordinator zurückfallen. Andere Airlines, wie eben auch die Lufthansa, könnten sich dann um diese Slots bewerben. Lauda ist sich sicher, dass in einem solchen Fall vor allem die Lufthansa zum Zuge käme. Ein Umstand, der die laufenden Verhandlungen nicht unbedingt erleichtert…
 
Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise und Angaben zu Interessenkonflikten
Erstellt am 18.12.2017 um 09:06 Uhr
Veröffentlicht am 18.12.2017 um 09: