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starker Euro belastet · 20.09.2017 16:30 Uhr

Dax Anleger lässt US Steuerreform kalt

Euro- und US-Dollar-Scheine auf einem Schachbrett
Quelle: Nagy-Bagoly Arpad/Shutterstock
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Die größte US-Steuerreform seit den 80er Jahren weckt bei europäischen Anlegern gemischte Gefühle. Weil ihnen zudem die anhaltende Euro-Stärke Kopfschmerzen bereitete, gingen einige von ihnen am Mittwoch auf Nummer sicher und machten Kasse

NEWS AUS DEM HANDEL 2:07min, 20. Dezember 2017, 15:38 Uhr
Andreas Groß, Börse Stuttgart TV Nachrichten
Der Dax verliert am Nachmittag heftig und rutscht unter 13.100 Punkte. Der Euro stieg auf bis zu 1,1900 Dollar und schmälerte damit die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Firmen auf dem Weltmarkt.
"Welche Auswirkungen die US-Steuerreform auf die deutsche Wirtschaft haben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer abzuschätzen", sagte Dennis Etzel, Berater beim Vermögensverwalter NFS. "Einerseits ist das protektionistische Element der Reform nicht von der Hand zu weisen. Andererseits kann aber gerade die exportorientierte deutsche Wirtschaft indirekt von sinkenden Unternehmenssteuern in den USA profitieren." Der US-Senat winkte die Steuersenkungen - eines der zentralen Wahlkampf-Versprechen des US-Präsidenten Donald Trump - bereits durch. Das Repräsentantenhaus muss wegen eines Verfahrensfehlers ein zweites Mal abstimmen. Dieses Votum wurde noch für Mittwoch erwartet.
Abwärts ging es für Bitcoin. An der Börse Bitstamp rutschte der Kurs zeitweise um gut zehn Prozent auf 15.818,65 Dollar ab. Damit summiert sich das Minus der vergangenen Tage auf etwa 20 Prozent.

Innogy Chef muss gehen

Am deutschen Aktienmarkt sorgte der überraschende Abgang des InnogyIGY.DE-Chefs für Aufsehen. Eine Woche nach einer Gewinnwarnung gab Peter Terium sein Amt mit sofortiger Wirkung auf. Die Aktien des Ökostrom-Anbieters und die Titel des Mutterkonzerns RWE stiegen zunächst um jeweils mehr als drei Prozent. Die anfängliche Freude verpuffte allerdings schnell. Bis zum Nachmittag verloren die Papiere bis zu 0,7 Prozent.

Stada auf Rekordhoch

Die Aktien von Stada stiegen dagegen in der Spitze um zehn Prozent auf ein Rekordhoch von 89,50 Euro, nachdem sich das Pharmaunternehmen mit den neuen Eignern auf einen Gewinnabführungsvertrag geeinigt hatte. "Die garantierte Dividende war eine positive Überraschung", sagte ein Börsianer. "Daraus ergibt sich eine im aktuellen Umfeld hochattraktive Dividendenrendite."

Paketwelle beflügelt Postunternehmen

Dank starker Zahlen des US-Rivalen FedEx griffen Anleger auch bei europäischen Paketzustellern zu. Die Aktien der österreichischen und holländischen Post legten jeweils ein halbes Prozent zu. Die Titel der Deutschen Post markierten mit 41,36 Euro zeitweise sogar ein 17-Jahres-Hoch. Getrieben von einem florierenden Online-Handel steigerte FedEx den Quartalsgewinn überraschend stark auf 775 Millionen Dollar und hob seine Geschäftsziele für 2018 an. Die Aktien des US-Paketdienstes stiegen daraufhin im vorbörslichen US-Geschäft auf ein Rekordhoch von 247,47 Dollar. Die Titel des Erzrivalen UPS notierten 0,8 Prozent im Plus.