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Triumph für Donald Trump · 20.12.2017 10:12 Uhr

US-Steuerreform fast in trockenen Tüchern

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Es ist so gut wie geschafft: Der US-Senat hat am frühen Morgen die Steuerreform mit knapper Mehrheit verabschiedet. Die Abstimmung im Kongress muss wegen eines Formfehlers allerdings wiederholt werden.

-Von Cornelia Frey, Börse Stuttgart TV Newsredaktion-
Es war das zentrale Wahlkampf-Versprechen von US-Präsident Donald und rückt nun in greifbare Nähe. Am frühen Morgen hat der US-Senat das bislang wichtigste Projekt seiner Amtszeit verabschiedet – die US-Steuerreform. Nun steht nur noch die Abstimmung der zweiten Kammer des US-Kongresses an. Die erste Kammer hatte am Dienstag bereits grünes Licht erteilt. Weil drei Passagen gegen Verfahrensregeln des Senats verstießen und letztendlich gestrichen wurden, ist nun eine erneute Abstimmung notwendig. Denn beide Kammern müssen über einen identischen Entwurf abstimmen. Im US-Repräsentantenhaus besitzt die republikanische Partei jedoch derzeit eine eindeutige Mehrheit – so dass die Abstimmung wohl nur noch Formsache ist.

US-Steuersystem soll vereinfacht werden

Mit der Reform will Trump das komplizierte Steuersystem vereinfachen und Unternehmen und die amerikanische Mittelklasse massiv entlasten. Ab 2018 sollen die Unternehmenssteuern drastisch gesenkt und auch der Spitzensteuersatz reduziert werden.
Die wichtigsten Maßnahmen:
Die Steuersätze für Unternehmen sollen von derzeit 35 Prozent auf 20 Prozent sinken. US-Unternehmen sollen zur Rückverlagerung von Kapital und Investitionen aus dem Ausland bewegt werden. Höher Freibeträge für normale Steuerzahler und niedrigere Steuersätze (Statt sieben nur noch drei Steuersätze: bei 12, 25 und 35 Prozent.)

US-Wirtschaft jubelt

Die Steuersenkungen für Unternehmen und Privatpersonen könnten nach Experten-Schätzungen ein Volumen von bis zu sechs Billionen Dollar erreichen. Profitieren werden insbesondere die Unternehmen in Form von weniger Steuern und steigenden Gewinnen.
Laut Donald Trump wird das Gesetz die US-Wirtschaft um „vier, fünf und sogar sechs Prozent“ ankurbeln, wie er in Washington am Dienstag den Reportern zurief.

Kritiker befürchten höheres US-Haushaltsdefizit

Es gibt auch genug kritische Stimmen, die ein höheres Haushaltdefizit erwarten. Sie warnen, dass die entstehende Haushaltslücke durch das zu erwartende Wirtschaftswachstum nur teilweise ausgeglichen wird. Insbesondere sozial schwächere Bürger werden zudem unter den Kürzungen im Sozialbereich – beispielsweise im Gesundheitswesen – leiden.

Konjunkturprogramm erfreut Börsianer

An der Börse erntet die Steuerreform große Aufmerksamkeit und die Aussichten auf steigende Unternehmensgewinne hatten die Aktienkurse - insbesondere in den USA - in den letzten Monaten angetrieben. Auf die Abstimmung im Senat reagierten die Börsen in Asien und das deutsche Aktienbarometer am Mittwochvormittag bislang aber noch zurückhaltend.